DFB auf Trainersuche: Klopp der Wunschkandidat, Red Bull die große Hürde

Nach dem WM-Aus gegen Paraguay und dem Ende von Julian Nagelsmann sucht der DFB einen neuen Bundestrainer. Jürgen Klopp ist der Wunschkandidat, doch sein Vertrag bei Red Bull steht im Weg. Vier weitere Namen kursieren.

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Der Deutsche Fußball-Bund braucht einen neuen Bundestrainer, und die Suche läuft unter Zeitdruck. Am 3. Juli lösten der Verband und Julian Nagelsmann den Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen auf, wenige Tage nach dem frühen WM-Aus gegen Paraguay. Das Turnier selbst steuert auf das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium zu, für die deutsche Elf aber ist es längst vorbei. Damit ist die Trainerfrage zur größten Baustelle des deutschen Fußballs geworden.

Nagelsmann begründete den Schritt mit der Enttäuschung des Turniers. Die Mannschaft, so der scheidende Trainer, verdiene nach dem Ausscheiden die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang.

Das Aus gegen Paraguay

Das Sechzehntelfinale geriet zum nächsten WM-Debakel. Julio Enciso brachte Paraguay in der 42. Minute in Führung, ehe Kai Havertz in der 54. Minute ausglich. In der Verlängerung traf Jonathan Tah in der 102. Minute zum vermeintlichen Siegtreffer, doch der Videobeweis nahm das Tor zurück.

Am Ende hieß es 1:1 nach Verlängerung, das Elfmeterschießen musste entscheiden. Vom Punkt scheiterte die DFB-Elf gleich zweimal: Paraguays Torhüter Orlando Gill parierte gegen Havertz und Nick Woltemade. 3:4 i.E., und Deutschland war raus. So schilderte es die Sportschau in ihrem Spielbericht.

Für Nagelsmann bedeutete das Aus das Ende seiner Amtszeit. Der Verband und der Trainer verkündeten kurz darauf die einvernehmliche Trennung. Die Entscheidung fiel in der DFB-Führungsgruppe, in der auch Sportdirektor Rudi Völler saß.

Klopp als Wunschkandidat

An der Spitze der DFB-Liste steht ein Name, der die Fans träumen lässt: Jürgen Klopp. Der Verband greift damit nach einem der größten Namen im Trainergeschäft, auch wenn dessen Vertragslage kompliziert ist. Laut DFB hat Klopp grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt zu übernehmen, und die Führung will das Gespräch mit ihm suchen. Verpflichtet ist er damit nicht, es ist ein erster Kontakt, kein Abschluss.

Die größte Hürde heißt Red Bull. Seit Anfang 2025 arbeitet Klopp dort als Head of Global Soccer und verantwortet die Fußball-Strategie des Konzerns, ausgestattet mit einem langfristigen Vertrag. Gerade dieser Kontrakt macht einen kurzfristigen Wechsel schwierig. Ob und wann Red Bull seinen prominenten Fußballchef freigibt, ist offen; von einer Einigung über Ablöse oder Amtsantritt ist nichts bekannt. Ein Ausstieg müsste verhandelt werden, mit ungewissem Ausgang.

Bestätigt und spekuliert

Zwischen Fakt und Spekulation liegt in diesen Tagen eine schmale Grenze. Gesichert sind das Aus von Nagelsmann, das Ergebnis gegen Paraguay und Klopps signalisierte Bereitschaft. Alles Weitere, jede Personalie neben dem Klopp-Kontakt, ist ein Medienname und keine Verhandlung. Kursierende Wettquoten sind kein Beleg, sondern Stimmungsbild.

Sollte es mit Klopp nicht klappen, kursieren mehrere Alternativen. Ralf Rangnick, Österreichs Nationaltrainer, steht bis zur EM 2028 unter Vertrag. Vincent Kompany trainiert den FC Bayern, Sebastian Hoeneß den VfB Stuttgart. Alle drei sind anderweitig gebunden und stünden nicht ohne Weiteres zur Verfügung; konkrete Verhandlungen führt der DFB mit keinem von ihnen. Es sind gehandelte Namen, nicht mehr.

Auch Thomas Tuchel fällt als kurzfristige Lösung aus. Der frühere Bayern-Coach ist als englischer Nationaltrainer bis zur EM 2028 gebunden, wie der kicker berichtete. So bleibt Klopp der Name, den der DFB mit Priorität verfolgt, trotz aller Hürden.

Der Zeitplan

Rudi Völler bleibt Sportdirektor, sein Vertrag läuft bis 2028. Er wird die Nachfolge mitgestalten.

Der Kalender lässt dem Verband wenig Luft. Im September beginnt der Neustart in der Nations League, und ein neuer Trainer braucht Zeit für Kader, Stab und eine Idee. Genau deshalb soll die Personalie noch vor dem Wiederbeginn feststehen.

Offen bleibt die zentrale Frage: Kann der DFB seinen Wunschkandidaten aus dem Red-Bull-Kosmos loseisen, oder läuft es am Ende doch auf einen der Alternativnamen hinaus?

Quellen

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