Lionel Messi and Argentina. Photo: sdhansay / CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ende einer Ära: Messi und Argentinien scheitern im Finale an Spanien

Argentinien verlor das WM-Finale mit 0:1 nach Verlängerung gegen Spanien und blieb über 120 Minuten ohne einen einzigen Schuss aufs Tor. Für Lionel Messi endete seine wohl letzte WM ohne Titel und ohne Torschützenkrone.

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Kein Abschiedsmärchen in East Rutherford

Es sollte der Abschied werden, von dem der Fußball geträumt hatte. Er kam nicht. Argentinien unterlag im WM-Finale mit 0:1 nach Verlängerung gegen Spanien, blieb über 120 Minuten ohne einen einzigen Schuss aufs Tor und musste die Krone abgeben. Für Lionel Messi, 39 Jahre alt, endete seine wohl letzte WM ohne Titel.

Ferran Torres markierte in der 106. Minute den einzigen Treffer der Partie. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden, die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung.

Ein Endspiel ohne Torschuss

Selten geriet ein Titelverteidiger so unter die Räder. Nico Williams köpfte den Ball durch den Fünfmeterraum, Ferran Torres stand am kurzen Pfosten goldrichtig und schob an Emiliano Martínez vorbei ein. Es war der Moment, der die Elf von Trainer Luis de la Fuente zum zweiten WM-Titel der spanischen Geschichte trug, dem ersten seit 2010, und das Double aus EM 2024 und Weltmeisterschaft vollendete.

Die Zahlen von ESPN zeichnen ein einseitiges Bild. 65 Prozent Ballbesitz, 762 angekommene Pässe gegenüber 358, 19:2 bei den Abschlüssen: Spanien diktierte das Finale von Beginn an. Rodri zog im Zentrum die Fäden, jeder Ansatz eines argentinischen Konters verpuffte früh.

Immer wieder ließ sich Messi tief fallen, um Bälle zu bekommen, doch je weiter er vom spanischen Tor entfernt agierte, desto ungefährlicher wurde die Albiceleste. Vier herausgespielte Großchancen standen bei Spanien zu Buche, bei Argentinien keine einzige. De la Fuentes Pressing verschob kompakt, schnürte die Räume zu und zwang den Titelverteidiger in lange, hoffnungslose Bälle.

Die eine Zahl aber erzählt alles. In den regulären 90 Minuten kam die Albiceleste zu keinem einzigen Abschluss, und über die vollen 120 Minuten brachte sie keinen einzigen Ball aufs spanische Tor. Der xG-Wert von 0,20 gegenüber 1,94 belegt, wie sehr die Offensive um Messi vom Spiel abgeschnitten war. Emiliano Martínez hielt sein Team mit elf Paraden überhaupt so lange im Rennen, während Spaniens Torhüter kein einziges Mal eingreifen musste.

Spät in der Verlängerung wurde Argentinien nach einem Platzverweis auf zehn Mann reduziert, ein Detail am Rande, das am Ergebnis nichts mehr änderte.

Auch die Torjägerkrone verloren

Am Ende blieb Messi selbst die persönliche Krönung verwehrt. Kylian Mbappé sicherte sich den Goldenen Schuh mit zehn Treffern, wie die FIFA bestätigte. Messi beendete das Turnier bei acht Toren, im Finale blieb er ohne eigenen Treffer. Das Rennen um den besten Torjäger entschied der Franzose damit für sich.

Auf der Gegenseite reihte sich mit dem 19-jährigen Lamine Yamal einer der jüngsten Weltmeister der jüngeren Fußballgeschichte ein, der denkbar größte Kontrast zu Messis Abschied.

Messis letztes WM-Kapitel

Ins Finale war Argentinien mit einem 2:1 über England gezogen, Spanien hatte Frankreich mit 2:0 aus dem Weg geräumt. Im MetLife Stadium in East Rutherford trafen zwei Weltmeister aufeinander, doch nur einer spielte wie einer.

So endet, allem Anschein nach, die WM-Laufbahn des Lionel Messi. 2022 hatte er in Katar den Pokal in den Nachthimmel gestemmt, in New Jersey verließ der Titelverteidiger den Platz als Zweiter. Kein Treffer, kein Titel, keine Torjägerkrone.

Es ist die Ironie dieses Abends: Ausgerechnet im vielleicht letzten großen Spiel seiner Karriere bekam der beste Spieler seiner Generation kaum einen Ball, der etwas hätte bewirken können. Die 25 Fouls der Argentinier zeugen von einem Spiel, in dem die Albiceleste vor allem hinterherlief und zum Mittel des taktischen Fouls griff.

Für Argentinien stellt sich nun die Frage nach der Zeit nach Messi. Für den 39-Jährigen bleibt ein Endspiel, in dem seine Mannschaft keinen einzigen Ball aufs gegnerische Tor brachte, als leiser Schlusspunkt einer großen Geschichte auf der WM-Bühne.

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