Klopp soll übernehmen: Nagelsmann verlässt den DFB nach dem WM-Aus
Das frühe Turnier-Aus hat Folgen, und zwar sofort. Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer. Am Freitag, den 3. Juli, bestätigte der DFB die einvernehmliche Trennung, wie die Sportschau meldete. Der Vertrag wäre eigentlich bis zur EM 2028 gelaufen. Einen Tag zuvor, am 2. Juli, hatte Nagelsmann die Verbandsspitze in einem Gespräch selbst um die Freigabe gebeten.
Der Rücktritt nach dem Debakel
Auslöser war das Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Gegen den krassen Außenseiter schied die deutsche Mannschaft im Elfmeterschießen aus, ein Ergebnis, das im Verband tiefe Spuren hinterließ. Nagelsmann zog die Konsequenzen ohne Umweg. Nach einer solch bitteren Enttäuschung habe das Team einen Neuanfang verdient, ließ der scheidende Coach laut Sportschau wissen. Der sportliche Erfolg der Elf sei stets sein oberstes Ziel gewesen.
Das DFB-Präsidium stimmte der sofortigen Vertragsauflösung einstimmig zu, wie ZDF und Sportschau übereinstimmend berichteten. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler dankten Nagelsmann für die Zusammenarbeit, wie der Verband auf seiner Website mitteilte. Der Umbruch reicht dabei tiefer als nur bis zum Chefposten. Mit Nagelsmann verlassen auch seine beiden Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner das Traineramt beim DFB. Aus einem sportlichen Scheitern wurde so binnen weniger Tage ein personeller Neustart auf ganzer Linie.
Klopp als Wunschlösung
Bei der Nachfolge hat der Verband offenbar nur einen Namen auf dem Zettel. Der DFB will Gespräche mit Jürgen Klopp aufnehmen, der eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert habe, berichteten Sportschau und ZDF übereinstimmend. Unterschrieben ist allerdings noch nichts. Bislang handelt es sich um eine angestrebte Lösung, nicht um eine offizielle Verpflichtung, das betonten beide Medien.
Für Klopp wäre es die Rückkehr an die Seitenlinie. Seit seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 stand der frühere Erfolgstrainer nicht mehr im Tagesgeschäft eines Teams. Ein Bundestrainer Klopp wäre ein Signal des Aufbruchs, gerade nach einem Turnier, das die hohen Erwartungen im Land klar verfehlte. Sein Name allein weckt Hoffnungen, und kaum eine Personalie würde die Stimmung im deutschen Fußball so schnell drehen. Doch ob und wann eine Einigung zustande kommt, ließ der Verband zunächst offen. Bis zur Unterschrift bleibt es eine Personalie im Konjunktiv.
Ein Muster, das schmerzt
Das Aus gegen Paraguay steht nicht für sich allein. Nach den Vorrunden-Pleiten bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 endete auch das dritte Turnier in Folge früh und unter den eigenen Ansprüchen, so die Einordnung der Sportschau. Für einen viermaligen Weltmeister ist das eine ernüchternde Bilanz, und sie erklärt, warum die Verantwortlichen diesmal einen klaren Schnitt suchten statt einer weiteren Beteuerung, es werde schon wieder.
Was jetzt zählt
Viel Zeit für den Neuanfang bleibt nicht. Bereits am 24. September steht der Auftakt in der Nations League gegen die Niederlande an, wie die Sportschau berichtete. Bis dahin muss die Trainerfrage geklärt und ein neues Team zusammengestellt sein. Sportlich schließt sich ein enttäuschendes Kapitel, und die DFB-Elf ordnet sich früh in die Zuschauerrolle ein. Die WM steuert ohne deutsche Beteiligung auf das Finale am 19. Juli zu. Für den Verband beginnt die Aufarbeitung ohne Schonfrist, und sie trägt vorerst einen Namen: Klopp.



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