Foxborough wird in der deutschen Fußballgeschichte für lange Zeit ein Ort mit bitterem Klang bleiben. Dort verlor die Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Paraguay, nachdem die reguläre Spielzeit 1:1 geendet hatte, wie Sky Sports berichtete. Am Ende stand ein 3:4 im Elfmeterschießen, und damit verlor Deutschland zum ersten Mal in der gesamten Geschichte der Weltmeisterschaften eine Serie vom Punkt. Für eine Mannschaft mit vier WM-Titeln in der Vitrine und einem über Jahrzehnte gewachsenen Ruf als kaltblütiger Elfmeterschütze ist das keine Randnotiz. Es ist der Bruch mit einer Erzählung, die so alt ist wie der moderne deutsche Fußball selbst, und ein Ergebnis, das noch lange nach dem Abpfiff in Foxborough diskutiert werden wird.
Der Spielverlauf: Enciso trifft, Havertz antwortet
In Foxborough ging Paraguay in der 42. Minute in Führung. Julio Enciso besorgte die Führung für die Südamerikaner, wie ESPN vermeldete. Deutschland brauchte bis zur 54. Minute, um zu reagieren: Kai Havertz erzielte den Ausgleich zum 1:1, dem Endstand nach den regulären 90 Minuten. Der Treffer hätte das Signal für eine deutsche Aufholjagd sein können, so wie es der Nationalmannschaft in ihrer Geschichte oft gelungen ist. Ein weiteres Tor fiel jedoch nicht mehr. Die Entscheidung musste vom Elfmeterpunkt fallen, und genau dort schrieb Paraguay an diesem Abend Geschichte.
Drei deutsche Fehlschüsse, ein historischer Bruch
Am Ende gewann Paraguay das Elfmeterschießen mit 4:3, wie Sky Sports festhielt, die erste verlorene Elfmeterschießen-Serie der deutschen Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Laut ESPN verschossen gleich drei deutsche Schützen: Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah brachten ihre Versuche nicht im Tor unter. Drei Fehlschüsse einer Mannschaft, die traditionell für ihre Nervenstärke vom Punkt bekannt ist, sind eine auffällige Häufung, und sie erklären, warum am Ende Paraguay jubeln durfte statt Deutschland.
Havertz, Woltemade und Tah stehen für unterschiedliche Generationen und Rollen im deutschen Kader, vom etablierten Nationalspieler über den aufstrebenden Angreifer bis zum erfahrenen Innenverteidiger. Dass ausgerechnet sie an diesem Abend scheiterten, wird in der öffentlichen Aufarbeitung zwangsläufig zur Frage nach der mentalen Vorbereitung auf solche Momente führen, so schwer diese Frage in der unmittelbaren Nachbetrachtung eines einzelnen Spiels auch objektiv zu beantworten ist.
Eine Rangliste, die zur Fußnote wurde
Der sportliche Rahmen macht die Niederlage nicht kleiner, sondern größer. Deutschland reiste auf ungefähr Platz zehn der FIFA-Weltrangliste an, Paraguay dagegen rangierte irgendwo in den Vierzigern, wie Al Jazeera einordnete. Auf dem Papier war die deutsche Mannschaft klarer Favorit, mit einem Abstand von mehreren Dutzend Plätzen zwischen beiden Teams. Genau diese Diskrepanz ist es, die Al Jazeera dazu veranlasste, das Ergebnis als eine der ganz großen Überraschungen der gesamten WM-Geschichte einzuordnen, nicht nur dieses einen Turniers.
Ranglisten sind bekanntlich keine Garantie, doch ein Abstand dieser Größenordnung wird selten so eindeutig widerlegt wie an diesem Abend in Foxborough. Für Analysten und Fans wird das Spiel deshalb über den reinen Turnierverlauf hinaus zum Lehrstück dafür, wie wenig ein Ranking über 120 Minuten und ein Elfmeterschießen aussagt, sobald der Anpfiff ertönt.
Gerade weil die Einordnung als eine der größten Überraschungen der WM-Geschichte von einer internationalen Redaktion wie Al Jazeera stammt und nicht nur aus dem enttäuschten deutschen Lager, bekommt das Ergebnis zusätzliches Gewicht. Es handelt sich nicht um eine Momentaufnahme, die im eigenen Land dramatisiert wird, sondern um eine Einordnung, die von außen auf das Turnier blickt und zu demselben Schluss kommt: Was in Foxborough passierte, gehört in die engste Auswahl der größten Sensationen, die eine Weltmeisterschaft je hervorgebracht hat.
Was ein historischer Fehlschuss für einen Rekordweltmeister bedeutet
Vier Weltmeistertitel und ein jahrzehntelanger Ruf als Elfmeterschießen-Spezialist standen am Punkt in Foxborough zur Disposition, und beides half in diesem Moment nicht. Dass ausgerechnet die deutsche Nationalmannschaft, deren Name in der öffentlichen Wahrnehmung fast synonym mit Effizienz vom Punkt war, ihre erste WM-Elfmeterschießen-Niederlage überhaupt kassiert, verschiebt eine Erzählung, die über Generationen von Spielern und Trainern weitergegeben wurde. Es ist ein Einzelergebnis, gewiss, aber Einzelergebnisse dieser Symbolkraft haben die Angewohnheit, lange nachzuwirken, in der medialen Aufarbeitung ebenso wie im kollektiven Gedächtnis eines ganzen Fußballlandes.
Für jüngere Nationalspieler, die diese Serie als Teil ihrer eigenen WM-Erfahrung erlebt haben, bedeutet das Ergebnis womöglich eine andere Art von Prägung als für jene Generationen, die mit der alten Gewissheit aufgewachsen sind. Ein Mythos, der über Jahrzehnte als selbstverständlich galt, lässt sich nicht in einem einzigen Satz erklären, aber er lässt sich in einem einzigen Abend widerlegen, und genau das ist in Foxborough geschehen.
Paraguays verdienter Moment
Für Paraguay bedeutet der Sieg gegen einen viermaligen Weltmeister, unabhängig von der eigenen Rangliste, einen der größten Momente der jüngeren Fußballgeschichte des Landes. Eine Mannschaft aus den Vierzigern der Weltrangliste, die eine Top-Zehn-Nation im direkten K.o.-Duell aus dem Turnier wirft, liefert genau jene Art von Geschichte, für die Weltmeisterschaften seit jeher geliebt werden: den Moment, in dem Papierform und Wirklichkeit auseinanderfallen. Wie Al Jazeera festhielt, gehört dieses Spiel zu Recht in die Reihe der größten Überraschungen der WM-Geschichte, und Paraguay hat sich diesen Platz mit einem 1:1 in der regulären Spielzeit und einem 4:3 vom Punkt redlich verdient.
Die offenen Fragen für Deutschland
Für den DFB bleibt nach diesem Abend mehr zu verarbeiten als nur das Ausscheiden selbst. Ein Turnier, in dem eine der ältesten deutschen Fußball-Gewissheiten fiel, wirft zwangsläufig Fragen zur Vorbereitung auf Elfmeterschießen auf, zur Auswahl und Reihenfolge der Schützen und dazu, wie eine Mannschaft mit dieser historischen Bürde in kommende Turniere geht. Konkrete Antworten wird erst die Zeit liefern. Der 3:4-Ausgang gegen Paraguay hat Deutschland in Foxborough jedoch bereits jetzt einen festen Platz in den Geschichtsbüchern des Weltfußballs gesichert, ob es dem DFB gefällt oder nicht.
Quellen: Sky Sports, ESPN, Al Jazeera

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