Spanien ist Weltmeister. Beim 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien erzählte am Ende vor allem die Statistik die Geschichte eines Endspiels, das nur eine Richtung kannte. Ferran Torres traf in der 106. Minute, doch die Zahlen sprachen längst eine deutliche Sprache.
Es war der zweite WM-Titel für die Auswahl von Trainer Luis de la Fuente, der erste seit 2010. Zusammen mit dem EM-Triumph 2024 komplettierte Spanien im MetLife Stadium das Double aus Europameisterschaft und Weltmeisterschaft. Argentinien, der Titelverteidiger um den 39-jährigen Lionel Messi, blieb am Ende nur der zweite Platz.
762 zu 358: Spanien diktierte das Spiel
Der Ballbesitz lag laut FIFA-Statistik bei 65 zu 35 Prozent, und dieser Wert war kein Zufall. Spanien spielte 762 Pässe bei einer Quote von 89 Prozent, Argentinien kam auf 358 bei 77 Prozent. Mehr als doppelt so viele Zuspiele, deutlich präziser: Die Elf von de la Fuente ließ die Kugel geduldig durch die eigenen Reihen laufen und hielt den Gegner über weite Strecken vom Ball fern.
Rodri sicherte das Mittelfeld ab, Lamine Yamal und Nico Williams sorgten für die Breite. Auch das Foulspiel verriet, wer den Ton angab: Argentinien beging mit 25 die meisten Fouls, Spanien kam auf 21. Der Titelverteidiger lief hinterher und musste immer wieder einschreiten, um den Rhythmus des Gegners zu stören. Nach 90 Minuten stand es dennoch 0:0.
Zwölf zu null: die Zahl des Abends
Kein Wert fasste dieses Finale besser zusammen als die Schüsse aufs Tor. Spanien brachte laut ESPN zwölf davon aufs Gehäuse von Emiliano Martinez, Argentinien keinen einzigen. Null. Über die regulären 90 Minuten gab der Titelverteidiger nicht einen einzigen Torschuss ab, am Ende des Abends standen ganze zwei Versuche zu Buche. Bei 19 zu 2 Gesamtschüssen und vier zu null Großchancen war die Albiceleste im Abschluss praktisch nicht vorhanden.
Der Expected-Goals-Wert, also die statistische Torerwartung, unterstrich das Bild: 1,94 für Spanien, 0,20 für Argentinien. Emi Martinez parierte elfmal und hielt sein Team damit fast über die volle Distanz im Spiel. Elf Paraden in einem WM-Finale sind ein außergewöhnlicher Wert, doch selbst das reichte nicht. Sein Gegenüber im spanischen Tor musste keinen einzigen Ball abwehren und spielte zu null.
Für einen Titelverteidiger ist eine solche Bilanz ungewöhnlich. Ohne nennenswerten Ballbesitz fand Argentinien kaum den Weg in die spanische Hälfte, und die wenigen Gelegenheiten blieben harmlos. Die 358 Pässe belegen, wie selten die Albiceleste überhaupt am Ball war. Auch Messi sah im gegnerischen Drittel kaum einen Ball und fand kein Mittel gegen die spanische Kontrolle.
Ferran Torres entscheidet, Mbappe holt die Torjägerkrone
Dann kam die 106. Minute. Nico Williams köpfte eine Hereingabe durch den Fünfmeterraum, Ferran Torres stand am kurzen Pfosten und drückte den Ball über die Linie. 1:0, und mehr sollte es an diesem Abend nicht brauchen. In der Schlussphase wurde Argentinien nach einer Roten Karte auf zehn Mann reduziert, am Ergebnis änderte das nichts mehr.
Auf dem Weg ins Endspiel hatte Spanien Frankreich mit 2:0 besiegt, Argentinien setzte sich 2:1 gegen England durch. Den Titel des besten Torschützen sicherte sich derweil Kylian Mbappe mit zehn Treffern. Messi, im Finale ohne Torerfolg, blieb bei acht stehen und verpasste die Auszeichnung.
Was bleibt
Mit 19 Jahren gehört Yamal zu den jüngsten Weltmeistern der Moderne, an der Seite von Rodri prägte er das spanische Spiel über das gesamte Turnier. Für Argentinien und den 39-jährigen Messi endete womöglich die letzte WM ohne erneuten Titel. Spanien dagegen darf sich vier Jahre lang Weltmeister nennen. Die Zahlen dieses Finals lassen wenig Zweifel, dass der Triumph verdient war.
Quellen
- ESPN
- FIFA
- Yahoo Sports
- Al Jazeera
- Cover photo: Ardfern / CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons


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