Marc Cucurella, Spain. Photo: Timmy96 / CC0, via Wikimedia Commons

Spanien ist Weltmeister: Ferran Torres trifft in der Verlängerung zum 1:0

Im Finale von East Rutherford besiegte Spanien den Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung. Ferran Torres markierte in der 106. Minute das goldene Tor und krönte eine überlegene Vorstellung der Elf von Luis de la Fuente.

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Spanien ist Weltmeister. Im Finale der WM 2026 bezwang die Elf von Trainer Luis de la Fuente Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung und feierte im MetLife Stadium von East Rutherford den zweiten Weltmeistertitel seiner Geschichte, den ersten seit 2010.

Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung. In der 106. Minute drückte Ferran Torres den Ball am kurzen Pfosten über die Linie, nachdem Nico Williams den Ball per Kopf durch den Fünfmeterraum verlängert hatte. Emiliano Martínez war machtlos. Nach 90 Minuten hatte es noch 0:0 gestanden, doch dieses Ergebnis spiegelte den Spielverlauf kaum wider.

Ein Endspiel der Einbahnstraße

Zu einseitig verlief diese Partie, als dass der Ausgang überraschte. Spanien bestimmte über 120 Minuten das Geschehen: 65 Prozent Ballbesitz, 762 gespielte Pässe bei 89 Prozent Genauigkeit gegenüber nur 358 Pässen der Argentinier. Das Positionsspiel der Iberer lief geduldig über Yamal und Williams auf den Flügeln, während Rodri im Zentrum jeden argentinischen Ansatz früh erstickte.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Spanien den Druck, ohne die Ordnung zu verlieren. Immer wieder verlagerte Rodri das Spiel auf die Außen, immer wieder tauchten Yamal und Williams hinter der argentinischen Kette auf. Ein spanischer Treffer schien nur eine Frage der Zeit.

Die deutlichste Zahl dieses Finales aber lieferte die Offensive der Südamerikaner selbst. Kein einziger Torschuss aufs Ziel gelang Argentinien in 120 Minuten, so die Daten von ESPN. Spanien kam derweil auf 19 Torschüsse, zwölf davon aufs Tor, und auf einen Expected-Goals-Wert von 1,94 gegenüber mageren 0,20 der Gäste. Vier Großchancen erspielte sich de la Fuentes Elf, Argentinien keine.

Lionel Messi, mit 39 Jahren aller Voraussicht nach bei seiner letzten WM, sah gegen die spanische Pressingmaschine kaum den Ball. Die Albiceleste igelte sich ein und suchte ihr Heil im Zweikampf: 25 Fouls der Argentinier gegenüber 21 aufseiten Spaniens zeugten von einer verbissenen, immer wieder zerhackten Begegnung.

Martínez hält die Null lange fest

Dass es bis zur 106. Minute dauerte, lag vor allem an einem: Emiliano Martínez. Elf Paraden zählte der Torhüter der Argentinier, der seine Mannschaft mit einer Glanztat nach der anderen im Spiel hielt. Gleich mehrfach entschärfte er Kopfbälle und Schüsse aus kurzer Distanz. Spaniens Schlussmann dagegen musste keinen einzigen Ball parieren, ein Sinnbild für die Kräfteverhältnisse dieses Abends.

Kurz vor dem Schlusspfiff sah ein Argentinier noch die Rote Karte, die Albiceleste beendete die Verlängerung zu zehnt. Ein Detail am Rande, das am Ausgang längst nichts mehr änderte. Da war die Entscheidung durch Ferran Torres, den unwahrscheinlichen Helden des Endspiels, bereits gefallen.

Das Double und der Torschützenkönig

Mit dem Titel vollendete Spanien das Double aus EM 2024 und WM 2026. Auf dem Weg ins Finale hatte die Elf Frankreich mit 2:0 aus dem Turnier geworfen, Argentinien setzte sich im Halbfinale mit 2:1 gegen England durch.

Zum jüngsten Gesicht des Triumphs wurde Lamine Yamal. Mit 19 Jahren zählt der Flügelstürmer nun zu den jüngsten Weltmeistern der Neuzeit. Neben Rodri, der das spanische Mittelfeld über das gesamte Turnier hinweg dirigiert hatte, prägte kaum ein Spieler diese WM so wie der Teenager auf dem rechten Flügel.

Den Titel des Torschützenkönigs sicherte sich derweil Kylian Mbappé mit zehn Treffern. Messi beendete das Turnier bei acht Toren und blieb im Finale ohne eigenen Treffer, womit die Torjägerkanone endgültig an den Franzosen ging.

Für Argentinien endet die Titelverteidigung damit ohne den erhofften krönenden Abschluss, für Messi wohl das letzte große Turnier ohne weiteren Titelgewinn. Für Spanien beginnt derweil die Frage, wie lange diese junge Generation um Yamal und Rodri die Weltspitze prägen wird.

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