Bundesliga-Bilanz zum 6:4: Kane ohne Treffer, Olise verliert das Bronze-Duell

Bundesliga-Bilanz zum 6:4: Kane ohne Treffer, Olise verliert das Bronze-Duell

England holte mit dem 6:4 gegen Frankreich Bronze. Für die Bundesliga-Profis war es ein bitterer Nachmittag: Bayerns Harry Kane blieb ohne Tor und bei sechs Treffern, während Startelf-Spieler Michael Olise mit Frankreich Vierter wurde.

Auf dieser Seite

Bronze für England, der vierte Platz für Frankreich, und dazwischen ein Torfestival, das kaum jemand für möglich gehalten hätte. Im Spiel um Platz drei besiegten die Engländer die Franzosen im Hard Rock Stadium von Miami Gardens mit 6:4. Beide Mannschaften waren im Halbfinale gescheitert, entsprechend ging es hier nur noch um die kleine Medaille. Für die Bundesliga-Profis auf dem Rasen war es ein Nachmittag mit gemischten Gefühlen.

Kane bleibt bei sechs Toren

Bayerns Harry Kane blieb ohne Treffer und steht damit weiter bei sechs Turniertoren. Englands Rekordtorschütze, im Verein der zentrale Münchner Angreifer, fand an diesem Nachmittag kein Durchkommen. Während vor ihm die englische Offensive das Spiel früh entschied, kam er selbst nicht zum Abschluss. Dass ausgerechnet er leer ausging, passte ins Bild eines Tages voller Überraschungen.

Nach nur drei Minuten traf Declan Rice zur Führung, in der 18. legte Ezri Konsa nach. Dann übernahm Bukayo Saka: In der 37. Minute erhöhte er auf 3:0, in der 45.+1 stellte er noch vor der Pause auf 4:0. Zur Halbzeit führte England mit 4:0. Was als Trostspiel geplant war, geriet in Miami früh außer Kontrolle. Saka schnürte an diesem Nachmittag einen Dreierpack.

Frankreichs Aufholjagd, Olise mittendrin

Nach dem Seitenwechsel wagte Frankreich das fast Unmögliche. Kylian Mbappé verkürzte in der 48. Minute auf 4:1, Bradley Barcola stellte in der 54. auf 4:2, und in der 66. brachte Mbappé mit seinem zweiten Treffer die Équipe bis auf 4:3 heran. Binnen 18 Minuten hatte Frankreich aus dem 0:4 ein 3:4 gemacht.

Mittendrin: Bayerns Michael Olise, der laut ESPN in Frankreichs Startelf stand. Am Ende reichte die Aufholjagd nicht. Saka verwandelte in der 87. Minute einen Elfmeter zum 5:3, Ousmane Dembélé traf in der 90.+6 zum 5:4, ehe Jude Bellingham in der 90.+8 den 6:4-Endstand besorgte. Es war, den Berichten zufolge, das letzte Spiel von Trainer Didier Deschamps auf Frankreichs Bank. Ein Abschied mit vier Gegentoren und Rang vier.

Für Olise endete das Turnier damit auf dem undankbaren vierten Platz, ohne Medaille, aber mit einer zweiten Halbzeit, in der Frankreich beinahe das Wunder gelungen wäre.

Was das 6:4 für den Goldenen Schuh bedeutet

Der bitterste Verlierer aus Bundesliga-Sicht heißt trotzdem nicht Olise, sondern die Torjägerkanone. Mit seinem Doppelpack schob sich Mbappé auf zehn Turniertore und an die Spitze der Liste. Ganz oben steht damit kein Bundesliga-Profi. Kane bleibt bei sechs und ist aus dem Rennen um den Goldenen Schuh raus.

Auffällig: Das Verfolgerfeld steckt voller früherer Bundesliga-Stars. Bellingham steht nach seinem späten Tor bei sieben, ebenso der bereits ausgeschiedene Erling Haaland, beide einst in Dortmund. Auch Dembélé mischt mit nun sechs Treffern vorn mit.

Aus Sicht der deutschen Liga bleibt eine nüchterne Bilanz: Die prägenden Torjäger dieses Turniers spielen längst woanders. Wer die Liste von oben liest, findet mit Mbappé, Messi und Haaland Namen, die die Bundesliga entweder nie oder nur als Sprungbrett kannten.

Bleibt Lionel Messi. Der Argentinier liegt mit acht Toren auf Rang zwei und greift heute Abend im Finale ein. Um Mbappé noch abzufangen, muss Messi gegen Spanien mindestens zweimal treffen, ein Tor genügt nicht: Bei einem 10:10 hätte er dank der besseren Vorlagenbilanz, vier zu drei, die Nase vorn.

Die Entscheidung fällt also erst im Endspiel Argentinien gegen Spanien, Anpfiff um 15:00 Uhr Ortszeit im MetLife Stadium. Für England ist Bronze ein Trost nach dem verpassten Finale, für Frankreich bleibt der vierte Rang. Dann steht auch fest, ob Mbappé den Goldenen Schuh behält oder Messi ihn doch noch abfängt.

Quellen

No comments yet