Am kommenden Dienstag, dem 14. Juli, steigt in Dallas das WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien. Zwei europäische Schwergewichte, ein Platz im Endspiel. Kurz vor dem großen Duell darf die französische Elf gleich dreifach aufatmen.
Michael Olise, Manu Koné und Bradley Barcola gingen allesamt mit einer Gelben Karte ins Viertelfinale gegen Marokko. Eine weitere Verwarnung, und der Betroffene wäre für das Halbfinale gesperrt gewesen. Doch keiner der drei sah Gelb. Alle drei stehen in Dallas zur Verfügung, wie ESPN in seiner Übersicht zu den gefährdeten Spielern festhielt. Gerade in der Offensive wäre jeder dieser Ausfälle schwer zu ersetzen gewesen.
Vor einem Halbfinale dieser Güte zählt jede Personalie. Wer fällt aus, wer ist gesperrt, wer kehrt rechtzeitig zurück? Bei Frankreich wie bei Spanien gibt die Ausgangslage kurz vor dem Anpfiff überwiegend Grund zur Zuversicht. Ein Name auf französischer Seite bleibt aber ein Wackelkandidat.
Bei Frankreich sind die Sperren-Sorgen vom Tisch
Besonders heikel war die Lage bei Olise. Frankreich hatte Einspruch gegen dessen Gelbe Karte aus dem Achtelfinale gegen Paraguay eingelegt und hoffte auf eine Rücknahme. Die FIFA wies den Protest jedoch ab, berichtete Al Jazeera. Damit stand fest: Schon die kleinste weitere Verwarnung gegen Marokko hätte für den Flügelspieler das vorzeitige Aus bedeutet. Es kam nicht dazu, Olise blieb ohne Karte.
Ab dem Halbfinale sieht die Rechnung ohnehin anders aus. Nach dem FIFA-Reglement für die K.-o.-Runde 2026 werden die Gelben Karten nach dem Viertelfinale gestrichen, wie ESPN erläuterte. Kein Spieler auf beiden Seiten geht also mit einer Vorbelastung in die Partie. Wer in Dallas verwarnt wird, riskiert die Sperre erst für ein mögliches Finale. Für die französische Planung bedeutet das eine spürbare Erleichterung.
Tchouaméni bleibt das große Fragezeichen
Die eine wirklich offene Personalie heißt Aurélien Tchouaméni. Der Mittelfeldspieler zog sich am 3. Juli im Training einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu. Seither fehlt er. Das Achtelfinale gegen Paraguay verpasste er, im Viertelfinale gegen Marokko stand er erneut nicht im Aufgebot. Ob es für das Halbfinale reicht, ist laut ESPN und RotoWire weiter offen. Das medizinische Team geht mit dem Risiko betont vorsichtig um.
Seine Rolle im Zentrum übernahm zuletzt Manu Koné. Gegen Marokko bildete er zusammen mit Adrien Rabiot die Doppel-Sechs. Die bestätigte Startelf lautete: Maignan; Koundé, Upamecano, Saliba, Digne; Koné, Rabiot; Dembélé, Olise, Doué; Mbappé. Kehrt Tchouaméni rechtzeitig zurück, hätte Frankreich im defensiven Mittelfeld mehrere Optionen. Fällt er erneut aus, dürfte Koné wie schon gegen Marokko das Vertrauen bekommen.
Spanien: Nico Williams zurück, Barça-Duo fit
Auch bei Spanien überwiegen die guten Nachrichten. Nico Williams, der sich im Gruppenspiel gegen Uruguay eine Abduktorenverletzung zugezogen hatte, feierte im Viertelfinale sein Comeback. Beim 2:1 gegen Belgien kam der Flügelspieler von der Bank, wie Yahoo Sports meldete. Die Blessur reichte bis in die Gruppenphase zurück, entsprechend behutsam wurde er wieder herangeführt. Für die spanische Offensive ist die Rückkehr ein Gewinn, sein Tempo über außen kann in Dallas zum Faktor werden.
Im Zentrum sind die beiden Barcelona-Profis Pedri und Dani Olmo fit und einsatzbereit. Pedri wurde gegen Belgien eingewechselt, als La Roja im letzten Drittel nach mehr Kreativität und Kontrolle suchte. Beide geben dem spanischen Spiel jene Struktur, mit der die Selección ihren Ballbesitzfußball aufzieht.
Darum geht es am Dienstag
Anpfiff des Halbfinals ist am Dienstag in Dallas. Frankreich geht mit drei entwarnten Sperren-Kandidaten in die Partie, das einzige echte Fragezeichen bleibt der Einsatz von Tchouaméni. Spanien hat Nico Williams zurück und sein Barça-Mittelfeld beisammen. Frankreich will seine geballte Offensivkraft um Mbappé, Dembélé und Olise ausspielen, Spanien auf Ballbesitz und die Kreativität von Pedri und Olmo bauen. Der Sieger zieht ins Endspiel ein. Wer dort auf ihn wartet, ist noch offen: In der anderen Hälfte des Tableaus müssen die Halbfinalisten erst noch ermittelt werden.

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