Der Deutsche Fußball-Bund stellte Jürgen Klopp am Freitag offiziell als neuen Bundestrainer vor. Der 59-Jährige unterschrieb einen Vierjahresvertrag, der ihn bis zur Weltmeisterschaft 2030 an den Verband bindet. Klopp übernimmt die Nationalmannschaft zum 15. August, sein erstes Spiel im Amt steigt am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, ein Duell in der Nations League.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf fand bei der Präsentation deutliche Worte. "Jürgen Klopp steht wie nur wenige andere für Leidenschaft, Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen", sagte Neuendorf laut DFB.de. "Er war nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann unsere uneingeschränkte Wunschlösung für das Amt des Bundestrainers."
Vertrautes Personal, ein Sonderfall
Klopp brachte sein eigenes Trainerteam mit. Peter Krawietz und Pepijn Lijnders, beide langjährige Weggefährten aus Dortmunder und Liverpooler Zeiten, sitzen künftig auf der DFB-Bank. Dazu kommt Sven Bender als Co-Trainer.
Für Gesprächsstoff sorgte ein vierter Name: Marc Kosicke. Der DFB führt ihn als "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation". Tatsächlich ist Kosicke seit Jahren Klopps persönlicher Berater und kein klassischer Fußballlehrer. Die Personalie ist ungewöhnlich für ein Verbandsamt. Laut Sportschau soll Kosicke vor allem strategisch und organisatorisch wirken, nicht auf dem Trainingsplatz.
Eine Million Euro für die Freigabe
Klopps Weg zum DFB war kompliziert. Er stand eigentlich noch bis 2029 als "Head of Global Soccer" bei Red Bull unter Vertrag. Um ihn vorzeitig freizubekommen, verzichtete der DFB auf eine klassische Ablösesumme und einigte sich stattdessen auf eine Spende. Rund eine Million Euro fließen an die Red-Bull-nahe Stiftung "Wings for Life", die Rückenmarksforschung finanziert, berichtete kicker.
Teil der Vereinbarung ist zudem eine Zusage an Leipzig. Die Stadt erhält bis 2030 garantiert drei Länderspiele der A-Nationalmannschaft. Gegner und Termine stehen laut Sportschau noch nicht fest.
Nagelsmanns abrupter Abschied
Klopps Amtsantritt markiert das Ende einer kurzen, unglücklichen Ära. Julian Nagelsmann war am 3. Juli zurückgetreten, nur wenige Tage nachdem Deutschland im Sechzehntelfinale der auf 48 Teams aufgestockten WM im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert war. Der DFB reagierte mit dem, was Neuendorf selbst als seine "uneingeschränkte Wunschlösung" bezeichnete.
Ob Klopp den Bruch schafft, den Nagelsmann nicht mehr vollziehen konnte, entscheidet sich nicht am Konferenztisch, sondern auf dem Platz. Die Generalprobe kommt schnell: Am 24. September wartet in Amsterdam der erste Prüfstein, ein Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande. Erst danach zeigt sich, ob der DFB mit seiner teuren und ungewöhnlichen Lösung richtig lag.


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