Ein Doppelpack, der die Führung bringt
Frankreich verlor das Spiel um Platz drei mit 4:6 gegen England, doch Kylian Mbappe verließ das Hard Rock Stadium in Miami Gardens als alleiniger Erster im Rennen um den Goldenen Schuh. Zweimal traf der Kapitän, in der 48. und in der 66. Minute. Von acht Toren kletterte er auf zehn. Und zog damit an Lionel Messi vorbei.
Ausgerechnet in einer Niederlage rückte Mbappe ganz nach vorn. Das persönliche Duell mit Messi hat er zumindest vorerst für sich entschieden. Es ist ein schwacher Trost nach einem verpatzten Auftritt, aber ein Trost, der schwer wiegt.
Wie die Tore fielen
Es war ein Nachmittag mit zwei Gesichtern. England hatte zur Pause bereits mit 4:0 geführt, nach Treffern von Rice (3.), Konsa (18.) und einem Doppelpack von Saka (37., 45.+1). Frankreich lag am Boden. Dann kam Mbappe.
Nach dem Seitenwechsel drehten die Franzosen auf. Mbappe traf in der 48. Minute zum 4:1, Barcola verkürzte in der 54. auf 4:2, und Mbappe schnürte in der 66. mit dem 4:3 seinen Doppelpack. Barcola und der Kapitän trugen die Aufholjagd fast im Alleingang. Plötzlich lag ein Comeback in der Luft.
Zum Punktgewinn reichte es nicht. Sakas Elfmeter in der 87. Minute stellte auf 5:3 und vollendete zugleich den Dreierpack des Flügelstürmers. Dembele verkürzte in der 90.+6 auf 5:4, ehe Bellingham in der 90.+8 mit dem 6:4 den Endstand herstellte. Für Frankreich, das unter dem scheidenden Trainer Didier Deschamps in dessen letztem Spiel antrat, blieb der undankbare vierte Platz.
Zehn Tore in einem einzigen Spiel, dazu Bronze für England: Der Nachmittag von Miami hatte alles. Für die Statistik zählt am Ende aber vor allem, dass Mbappe zweimal traf.
So steht das Rennen um den Goldenen Schuh
Vor dem Anpfiff hatten Mbappe und Messi gleichauf bei je acht Toren gelegen. Mit seinem Doppelpack setzte sich der Franzose ab und steht nun allein an der Spitze.
Dahinter wird es eng. Messi folgt mit acht Treffern, dann kommen Jude Bellingham und Erling Haaland mit je sieben. Haaland ist mit Norwegen längst ausgeschieden, sein Konto ist eingefroren. Bellingham dagegen legte beim 6:4 seinen siebten Treffer nach. Harry Kane (6) blieb im Bronze-Spiel ohne Tor, Ousmane Dembele (6) traf in der Nachspielzeit zum 5:4.
Realistisch ist das Rennen damit ein Zweikampf. Alle anderen Verfolger sind entweder ausgeschieden oder haben, wie Kane und Dembele, ihr Turnier mit dem Bronze-Spiel beendet. Nur Mbappe und Messi haben noch etwas zu gewinnen, und nur einer von beiden steht heute Abend auf dem Platz.
Was Messi im Finale braucht
Die Entscheidung fällt also erst am allerletzten Spieltag des Turniers. Messi trifft mit Argentinien im Endspiel auf Spanien, Anpfiff ist um 15 Uhr Ortszeit im MetLife Stadium. Bei acht Toren liegt er zwei hinter dem Franzosen.
Die Rechnung ist klar: Messi muss mindestens zweimal treffen. Ein einzelnes Tor reicht nicht, dann bliebe er bei neun und damit hinter Mbappe. Trifft er doppelt und zieht auf 10:10 gleich, entscheidet die Vorlagenbilanz, und die spricht mit vier zu drei für Messi. Drei Treffer würden ihn sogar unabhängig von den Vorlagen nach vorn bringen.
Zwei Treffer gegen eine spanische Elf, die sich bis ins Finale gespielt hat, sind allerdings eine hohe Hürde. Für Argentinien geht es ohnehin zuerst um den WM-Titel, für Messi zusätzlich um eine persönliche Krone.
Mbappe kann also nur noch zuschauen. Sein Titel als Torschützenkönig hängt davon ab, ob der Argentinier im letzten Spiel des Turniers ein weiteres Mal doppelt einnetzt. Das Endspiel kürt nicht nur den Weltmeister. Es entscheidet auch, wer die WM 2026 als bester Torschütze verlässt.
Quellen
- ESPN
- FIFA
- Al Jazeera
- Cover photo: YantsImages / CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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