Am Samstag steigt in Miami das kleine Finale, und klein ist daran diesmal herzlich wenig. Um 17:00 Uhr ET treffen Frankreich und England im Hard Rock Stadium aufeinander. Das Spiel um Platz drei gilt oft als Randnotiz. Diesmal nicht. Zwei Halbfinal-Verlierer, ein offenes Titelchen und ein großer Abschied hängen an diesem einen Abend.
Deschamps nimmt Abschied
Für Didier Deschamps ist der Termin weit mehr als lästige Pflicht. In Miami steht er zum letzten Mal als Frankreichs Nationaltrainer an der Seitenlinie. Schon im Januar 2025 hatte er angekündigt, nach der WM 2026 aufzuhören, wie ESPN berichtete. Das Turnier in Nordamerika war damit von Beginn an sein Abschiedsprojekt.
Seit 2012 führt Deschamps die Équipe Tricolore, so lange wie kaum ein Trainer vor ihm. 2018 krönte er seine Amtszeit mit dem WM-Titel. In Miami endet nun eine Ära, die mehr als ein Jahrzehnt gehalten hat. Wer ihm nachfolgt, ist offen: Zinédine Zidane gilt als Favorit auf den Posten, offiziell benannt ist bislang niemand. Ein versöhnlicher Abschluss würde diesem letzten Kapitel guttun.
Zwei Enttäuschte in Florida
Beide Mannschaften reisen mit einem bitteren Nachgeschmack an die Küste. Frankreich unterlag im Halbfinale Spanien mit 0:2 und fand gegen den Finalisten kaum ein Mittel. England gab sich tags darauf Argentinien mit 1:2 geschlagen und verpasste den Sprung ins Endspiel denkbar knapp.
Das Finale am Sonntag bestreiten somit Spanien und Argentinien. Für die Franzosen und die Engländer bleibt das Duell um Bronze, das in der Öffentlichkeit oft belächelt wird, hier aber echte Geschichten trägt. Das Hard Rock Stadium ist eine der WM-Spielstätten in Nordamerika, hier fällt für beide Teams der letzte Vorhang des Turniers.
Auf der englischen Bank sitzt Thomas Tuchel, ein Name, den man in Deutschland bestens kennt. Seine Three Lions scheiterten erst spät und dürften mit Wut im Bauch in dieses letzte Spiel gehen.
Der Goldene Schuh bleibt offen
Der dritte Grund fürs Einschalten heißt Goldener Schuh, die Auszeichnung für den besten Torschützen des Turniers. Nach den Halbfinals führen Lionel Messi und Kylian Mbappé mit je acht Treffern. Messi liegt dank seiner vier Vorlagen knapp vorn. Erling Haaland folgt mit sieben Toren, Harry Kane und Jude Bellingham stehen bei je sechs.
Der besondere Reiz aus französischer Sicht: Mbappé ist mit seiner Mannschaft zwar ausgeschieden, kann in Miami aber noch nachlegen. Tore im Spiel um Platz drei zählen für die Wertung mit, wie die einschlägigen Torjäger-Ranglisten festhalten. Entschieden ist im Rennen um den Goldenen Schuh also längst nichts, weder an diesem Samstag noch im Finale einen Tag später.
Auch Kane und Bellingham bekommen mit England noch einmal die Bühne, ihren Rückstand zu verkürzen. Für die Statistiker wird das kleine Finale damit zum Nebenschauplatz mit Hauptrollen.
Worum es noch geht
Ein kleines Finale, das sich groß anfühlt. Für Deschamps geht es um einen würdigen Abgang, für Tuchels England um Wiedergutmachung, für Mbappé und Kane um jedes einzelne Tor in der ewigen Liste.
Ob Deschamps ein letztes Mal auf seine Stammkräfte setzt oder den jüngeren Spielern die Bühne überlässt, ist offen. Sicher ist nur der Rahmen: Anpfiff am Samstag um 17:00 Uhr ET im Hard Rock Stadium von Miami.
Quellen
- ESPN
- Yahoo Sports
- Goal.com
- Miami World Cup 2026 Host Committee
- Cover photo: enviro warrior from england / CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
No comments yet