Ein Gegentor in sieben Spielen: Spaniens Bollwerk trifft im Finale auf Messi

Ein Gegentor in sieben Spielen: Spaniens Bollwerk trifft im Finale auf Messi

Erstmals stehen sich Spanien und Argentinien in einem WM-Finale gegenüber. Am 19. Juli im MetLife Stadium trifft die dichteste Abwehr der Turniergeschichte auf Lionel Messi. Hält das spanische Bollwerk, oder findet der Argentinier den einen Riss?

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Ein Endspiel, das es so noch nie gab

Am Sonntag, dem 19. Juli, um 15:00 Uhr Ortszeit (ET) steigt im MetLife Stadium von East Rutherford das WM-Finale 2026. Spanien gegen Argentinien, und das zum ersten Mal überhaupt in einem WM-Endspiel. Die Halbfinals sind gespielt: Spanien schaltete Frankreich mit 2:0 aus, Argentinien rang England mit 2:1 nieder. Beide argentinischen Treffer legte Lionel Messi auf.

Auf der einen Seite der Weltmeister von 2022, der als erstes Team seit Brasilien 1962 seinen Titel verteidigen könnte. Auf der anderen der Weltmeister von 2010, damals unter Vicente del Bosque durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen die Niederlande. Es ist bis heute Spaniens einziger WM-Titel. Auf der Bank stehen sich Luis de la Fuente und Lionel Scaloni gegenüber. Es ist das Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Wege ins Endspiel.

Neutral betrachtet prallen hier zwei Extreme aufeinander. Auf der einen Seite die kompakteste Defensive, die eine WM-Endrunde je gesehen hat. Auf der anderen ein Offensivspieler, der eine ganze Nation trägt. Die Geschichte dieses Endspiels schreibt sich fast von selbst.

Die dichteste Abwehr dieser Endrunde

Spaniens Zahlen lesen sich wie ein Statement. In sieben Spielen kassierte die Elf von de la Fuente nur ein einziges Gegentor, und das gegen Belgien im Viertelfinale. Sechs weiße Westen: laut den Turnierdaten ein WM-Rekord für eine einzelne Endrunde.

Dahinter steckt System, nicht Zufall. Spanien ließ mit 19 die wenigsten gegnerischen Torschüsse aller Teams zu, davon nur drei aufs eigene Gehäuse. Gerade einmal 30 Ballkontakte erlaubte die spanische Hintermannschaft dem Gegner im eigenen Strafraum. Der xGA-Wert von 0,85 ist der niedrigste des gesamten Turniers. In Bedrängnis geriet Spaniens Kasten in sieben Spielen kaum. Selbst Frankreich fand im Halbfinale kein Durchkommen und verlor mit 0:2. Erst das dritte Team überhaupt erreichte ein WM-Halbfinale mit nur einem Gegentor, nach Frankreich 1998 und Italien 2006. Beide wurden danach Weltmeister, ein Automatismus ist das freilich nicht.

Messi als Regisseur, nicht nur als Knipser

Und doch trifft dieses Bollwerk auf einen Gegner, der das Turnier fast im Alleingang trägt. Messi, inzwischen 39 Jahre alt, steht bei acht Turniertoren und vier Vorlagen. Laut den Turnierdaten erzielte er Argentiniens erste fünf Treffer der Endrunde noch selbst. Spanien weiß um diese Abhängigkeit, und genau darin liegt seine Chance.

Gegen England zeigte er zuletzt sein anderes Gesicht: kein eigenes Tor, dafür zwei Vorlagen, erst auf Enzo Fernandez, dann spät auf Lautaro Martinez. Dass beide Treffer über seinen Fuß liefen, sagt viel: Argentinien gewinnt auch dann, wenn Messi nicht selbst trifft. Genau das ist die Aufgabe, die de la Fuente umtreibt. Deckt er Messi mannorientiert, reißen Lücken für die argentinischen Läufer auf. Überlässt er ihn der Raumdeckung, bekommt der Kapitän Zeit am Ball, und Zeit ist bei Messi gefährlich. Ein Mittelweg muss her.

Der Barca-Faden zwischen Messi und Yamal

Auf spanischer Seite ruht viel Hoffnung auf Lamine Yamal, 19 Jahre alt und wie Messi einst bei Barcelona groß geworden. Ein Generationssprung von 20 Jahren trennt die beiden Barca-Spielmacher. Sie verbindet eine Geschichte, die weithin berichtet wurde: ein Foto-Shooting aus dem Jahr 2007, ein UNICEF-Charity-Kalender im Camp Nou, das den damaligen Säugling Yamal in den Armen des jungen Messi zeigen soll. Vom lückenlos belegten Zeitzeugnis bis zum werbewirksamen Zufall reicht die Einordnung, je nach Quelle.

Ob beide am Sonntag von Beginn an auflaufen, ist offen, die Aufstellungen sind längst nicht gesetzt. Sicher ist an diesem Finale wenig, außer der Leitfrage des Abends: Hält Spaniens Mauer auch im Endspiel stand, oder findet Messi den einen Riss? Die Antwort gibt es erst am Sonntag im MetLife Stadium.

Quellen

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