Collina und die FIFA verteidigen Schiedsrichter Raphael Claus, nachdem Trump ihn als verdächtig bezeichnete

Collina und die FIFA verteidigen Schiedsrichter Raphael Claus, nachdem Trump ihn als verdächtig bezeichnete

US-Präsident Donald Trump stellte die Integrität von WM-Schiedsrichter Raphael Claus ohne Beweise infrage. Die FIFA und Referee-Chef Pierluigi Collina wiesen die Andeutung zurück, während die eigentliche Kontroverse um die aufgehobene Sperre für Folarin Balogun anhält.

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Ein Schiedsrichter, ein Anruf des US-Präsidenten und eine später wieder aufgehobene Sperre: Die Ereignisse rund um den brasilianischen Referee Raphael Claus haben bei der Weltmeisterschaft 2026 eine der ungewöhnlichsten Debatten des Turniers ausgelöst. Die FIFA und der Vorsitzende ihrer Schiedsrichterkommission, Pierluigi Collina, stellten sich hinter den Unparteiischen, nachdem US-Präsident Donald Trump dessen Vergangenheit öffentlich als verdächtig bezeichnet hatte. SportsDelulu gibt die Aussagen der Beteiligten wieder und bezieht keine eigene Position.

Was auf dem Platz geschah

Raphael Claus ist ein erfahrener Unparteiischer bei seiner zweiten Weltmeisterschaft, nach Katar 2022, und gehört laut FIFA zur Elitegruppe der Referees mit der Bezeichnung Team One. Beim 2:0-Sieg der Vereinigten Staaten gegen Bosnien und Herzegowina im Sechzehntelfinale in Santa Clara, Kalifornien, stellte Claus nach einer VAR-Überprüfung den US-Stürmer Folarin Balogun vom Platz. Der Grund: Balogun soll seinen Schuh auf den Knöchel des Bosniers Tarik Muharemovic gesetzt haben. Die Rote Karte war mit einer automatischen Sperre von einem Spiel verbunden.

Sportlich stand für die Vereinigten Staaten damit zunächst fest, dass ihr Stürmer im folgenden Achtelfinale fehlen würde. Genau an diesem Punkt setzten die Ereignisse ein, die den Fall über den Rasen hinaus zu einem Politikum machten.

Der Anruf und die Aussage des Präsidenten

Nach dem Spiel telefonierte US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und bat um eine Überprüfung der Entscheidung. Öffentlich äußerte sich Trump auch zum Schiedsrichter. Er nannte Claus "ein bisschen verdächtig, wenn man seine Vergangenheit prüft", und fügte hinzu: "Ich fand nicht, dass es ein Foul war, zwei großartige Athleten, die ineinander gekracht sind."

Trump lieferte für seine Andeutung über Claus keinerlei Beweise. Es gibt keine Belege für eine schiedsrichterliche Voreingenommenheit oder Manipulation, und sowohl die FIFA als auch Collina wiesen die Unterstellung zurück.

Die FIFA hebt die Sperre auf

Wenig später setzte die Disziplinarkommission der FIFA die Sperre aus. Nach Berichten von PBS und der Nachrichtenagentur AP handelte es sich um eine einjährige Aussetzung auf Bewährung, die die Kommission unter Verweis auf den Disziplinarcode aussprach. Dadurch war Balogun im Achtelfinale spielberechtigt. In dieser Partie unterlagen die Vereinigten Staaten Belgien mit 1:4 und schieden aus dem Turnier aus.

Nach Darstellung von Al Jazeera liegt die eigentliche Kontroverse nicht in einem Fehlverhalten des Schiedsrichters, sondern darin, dass die FIFA die Sperre nach einem politischen Telefonat aufhob.

Collina und die FIFA stellen sich hinter Claus

Pierluigi Collina, Vorsitzender der Schiedsrichterkommission der FIFA, verteidigte Claus öffentlich. Die FIFA bezeichnete ihn laut ESPN als "einen der weltweit führenden Profi-Schiedsrichter" und als Mitglied der Gruppe Team One. Der Verband erklärte zudem, er habe weiterhin "volles Vertrauen in ihn". Damit stellten sich die Verantwortlichen der Schiedsrichter ausdrücklich gegen die Andeutung, an der Arbeit des Brasilianers sei etwas anrüchig gewesen. Auch das Portal Goal.com ordnete den Streit als eine Auseinandersetzung ein, in der Collina und die FIFA die Integrität von Claus verteidigten, während für die von Trump erhobenen Andeutungen keine Belege vorgelegt wurden.

Deutliche Kritik aus Europa

Aus dem europäischen Fußball kam scharfe Kritik am Vorgehen der FIFA. Die UEFA erklärte, die FIFA habe "eine rote Linie überschritten", und nannte den Eingriff "beispiellos, unbegreiflich und nicht zu rechtfertigen". Der belgische Fußballverband zeigte sich nach eigenen Worten "erstaunt".

Für SportsDelulu bleibt festzuhalten: Ein Staatsoberhaupt hat die Integrität eines Schiedsrichters öffentlich und ohne Beweise infrage gestellt, Funktionäre haben den Unparteiischen verteidigt, und die Debatte dreht sich vor allem um die Frage, ob eine sportliche Entscheidung nach einem politischen Anruf hätte revidiert werden dürfen.

Quellen

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