Norwegen gegen England: Prognose, Quoten und der Faktor Haaland vor dem WM-Viertelfinale

Norwegen gegen England: Prognose, Quoten und der Faktor Haaland vor dem WM-Viertelfinale

Opta nennt es das knappste Viertelfinale der WM 2026, Buchmacher und Experten favorisieren dennoch England. Vor dem Anpfiff in Miami hängt Norwegens Hoffnung fast komplett an Erling Haaland.

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Heute Abend um 21:00 Uhr GMT treffen im Hard Rock Stadium von Miami zwei Mannschaften aufeinander, die noch nie bei einem großen Turnier gegeneinander gespielt haben: Norwegen gegen England. Opta nennt es das ausgeglichenste Viertelfinale der WM 2026. Und trotzdem tendiert die Datenlage leicht zu den Engländern.

Zwei Wege ins Viertelfinale

Für Norwegen ist es das erste WM-Viertelfinale der Verbandsgeschichte und überhaupt die erste WM-Teilnahme seit 1998. Die Elf von Trainer Ståle Solbakken wurde Zweiter der Gruppe I (4:1 gegen den Irak, 3:2 gegen Senegal, 4:1-Niederlage gegen Frankreich mit stark rotierter Aufstellung), bezwang im Sechzehntelfinale die Elfenbeinküste mit 2:1 und warf im Achtelfinale den fünfmaligen Weltmeister Brasilien mit 2:1 aus dem Turnier. Beide norwegischen Tore erzielte Erling Haaland.

Das 2:1 gegen die Seleção wiederholte exakt das Ergebnis des legendären norwegischen 2:1-Erfolgs über Brasilien bei der WM 1998.

England gewann derweil die Gruppe L (4:2 gegen Kroatien, 0:0 gegen Ghana, 2:0 gegen Panama), rang im Sechzehntelfinale die DR Kongo dank eines späten Doppelpacks von Harry Kane mit 3:2 nieder und setzte sich im Achtelfinale mit 3:2 auswärts im Estadio Azteca gegen Co-Gastgeber Mexiko durch. Und das, obwohl die Three Lions nach einer Roten Karte mehr als die Hälfte der Partie in Unterzahl agierten.

Haaland steht bei sieben Toren in vier WM-Spielen, bei seiner allerersten Weltmeisterschaft. Kane kommt auf sechs Turniertore plus eine Vorlage, Jude Bellingham auf vier Treffer, darunter ein Doppelpack gegen Mexiko.

Personalsorgen bei England, Ruhe bei Norwegen

Trainer Thomas Tuchel muss umbauen. Innenverteidiger Jarell Quansah sah gegen Mexiko für ein hohes Einsteigen gegen Jesús Gallardo Rot und wurde von der FIFA für zwei Spiele gesperrt. Jordan Henderson fällt für den Rest des Turniers aus, nachdem er sich bei den Jubelfeiern an einer Bandenwerbung Handgelenk beziehungsweise Arm gebrochen hatte.

Immerhin: Declan Rice (Magen-Darm-Infekt) und Marc Guéhi (Oberschenkel) kehrten ins Mannschaftstraining zurück und dürften zur Verfügung stehen. Reece James ist nach einer Oberschenkelverletzung zurück, gilt in der Hitze von Miami aber eher als Bankoption.

Bei Norwegen ist die Lage entspannter. Laut Mannschaftsarzt gibt es keine Ausfälle, Solbakken dürfte dieselbe Startelf wie gegen Brasilien aufbieten. Die Bilanz spricht dennoch für England: sieben Siege stehen zwei norwegischen gegenüber, dazu drei Remis. Das letzte Duell gewann England 2012 in Oslo mit 1:0 durch einen Elfmeter von Wayne Rooney.

Die Prognose: England vorn, aber der Faktor Haaland

Opta rechnet dieses Viertelfinale als das knappste der Runde. In 25.000 Simulationen gewinnt England 50,4 Prozent der Fälle in der regulären Spielzeit, Norwegen 25,1 Prozent, 24,6 Prozent enden remis. Ins Halbfinale zieht England in 62,3 Prozent der Simulationen ein, Norwegen in 37,7 Prozent.

Auch die Buchmacher sehen die Three Lions vorn. Auf den Sieg in regulärer Spielzeit notieren die Engländer je nach Anbieter zwischen -105 und -225, Norwegen liegt bei etwa +180 bis +280. Auf dem Markt für den Halbfinal-Einzug, der Verlängerung und Elfmeterschießen einschließt, steht England bei rund -205.

Der Großteil der Experten, darunter ESPN und CBS Sports, tippt ebenfalls auf England, oft auf ein 2:1 oder 3:1. Als Argumente gelten die größere Kaderbreite, die verfügbaren Bellingham, Kane und Saka sowie Tuchels Eingriffe über Einwechslungen und taktische Anpassungen.

Weil beide Defensiven anfällig wirken, spielte mindestens ein professioneller Tipster (SportsLine) auch die Variante „über 2,5 Tore“ an.

Gegen die Engländer spricht eben diese wackelige Abwehr. Norwegen kassierte mit neun Gegentoren zwar die meisten aller verbliebenen Viertelfinalisten, doch die Gäste haben in Haaland einen Faktor, der eine Partie im Alleingang kippen kann. Analysten formulieren es unmissverständlich: Norwegens Weg zum Sieg führt fast ausschließlich über den Stürmer, der bereits Brasilien eliminierte. John Stones, ein möglicher englischer Innenverteidiger, kennt Haaland als Klubkollege bei Manchester City bestens.

Die Töne vor dem Anpfiff passen ins Bild. Solbakken nannte gegenüber BBC Sport England den Favoriten auf das Halbfinale. Haaland bezeichnete Norwegens Titelchancen als „immer noch sehr gering“ und stimmte zu, dass der Druck „definitiv“ auf England laste.

Unsere Prognose folgt Daten, Quoten und Experten-Mehrheit: England ist der leichte Favorit, ein 2:1 für die Three Lions das wahrscheinlichste Szenario. Doch dies bleibt ein K.-o.-Spiel, das eine einzige Haaland-Aktion drehen kann. Anpfiff ist um 21:00 Uhr GMT in Miami.

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