Personalsorgen vor dem WM-Halbfinale: England bangt um Rice, Argentinien reist ohne neue Ausfaelle an

Drei Tage vor dem Halbfinale gegen Argentinien fehlen England der gesperrte Quansah und der verletzte Henderson, waehrend hinter Rice und Konsa Fragezeichen stehen.

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England reist mit einer langen Ausfallliste ins Halbfinale, Argentinien mit deutlich mehr Ruhe. Wenn beide Teams am Mittwoch im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta um den Einzug ins Endspiel spielen, fehlen der Elf von Trainer Thomas Tuchel gleich mehrere Bausteine. Der Sieger vom 15. Juli steht am 19. Juli im Finale, und genau das verleiht jedem Ausfall drei Tage vor dem Anpfiff zusaetzliches Gewicht.

Quansah gesperrt, Henderson vorzeitig raus

Fest steht: Jarell Quansah wird nicht auflaufen. Der Innenverteidiger sitzt eine Zwei-Spiele-Sperre ab, die er sich mit einem Platzverweis im Achtelfinale gegen Mexiko eingehandelt hatte. Das Halbfinale faellt unter diese Strafe, Tuchel muss die Abwehrzentrale also ohne ihn planen.

Noch bitterer traf es Jordan Henderson. Der Mittelfeldspieler zog sich im selben Spiel gegen Mexiko einen Handgelenksbruch zu und ist fuer den Rest des Turniers raus. Ein Comeback im laufenden Wettbewerb ist ausgeschlossen. Zwei feste Groessen im Kader sind damit schon vor dem Anpfiff gestrichen.

Wackelkandidat Rice, Krampf bei Konsa

Groesser noch als die feststehenden Ausfaelle ist das Fragezeichen hinter Declan Rice. Der Schluesselspieler im englischen Mittelfeld wurde im Viertelfinale gegen Norwegen ausgewechselt und gilt vor dem Halbfinale als fraglich. Ob es fuer einen Startelf-Einsatz reicht, war drei Tage vor Anpfiff offen.

Auch Ezri Konsa steht auf der Beobachtungsliste. Der Verteidiger klagte gegen Norwegen ueber Krampf, wie Tuchel bestaetigte. Ein akuter Ausfall ist das nicht. Aber es ist ein weiterer Punkt auf einer Liste, die der Trainer vor dem groessten Spiel des Turniers lieber kuerzer haette.

Unterm Strich schrumpfen Tuchels Alternativen genau dort, wo England gegen einen Weltmeister Stabilitaet braucht. Quansah gesperrt, Henderson raus, Rice fraglich, Konsa unter Beobachtung: In Abwehr und Mittelfeld wird die Personaldecke duenn. Ein Halbfinale wird oft in den letzten zwanzig Minuten entschieden, wenn frische Beine und ein voller Kader den Ausschlag geben. In diesem Punkt steht die Albiceleste drei Tage vor dem Anpfiff klar besser da.

Argentinien ohne neue Personalsorgen

Auf der anderen Seite herrscht spuerbar mehr Gelassenheit. Aus dem argentinischen Lager wurden vor dem Halbfinale keine groesseren neuen Personalsorgen gemeldet. Von einem komplett sorgenfreien Kader spricht offiziell zwar niemand. Doch die frischen Ausfaelle und schweren Wackelkandidaten, wie sie England plagen, fehlen bei der Albiceleste.

Wie die Suedamerikaner ins Halbfinale kamen, unterstreicht ihre Robustheit. Argentinien besiegte die Schweiz mit 3:1 nach Verlaengerung. Julian Alvarez markierte den entscheidenden Treffer in der Verlaengerung und schoss sein Team damit unter die letzten vier. Auch die Suedamerikaner mussten also ueber die vollen 120 Minuten gehen, kamen aber ohne neue Ausfaelle aus der Partie.

So kam England ins Halbfinale

Der Weg der englischen Auswahl verlief dramatischer, als Tuchel lieb gewesen sein duerfte. Gegen Norwegen setzten sich die Three Lions erst nach Verlaengerung mit 2:1 durch. Der Mann des Abends hiess Jude Bellingham. Mit einem Doppelpack erzielte er beide englischen Treffer und drehte die Partie im Alleingang.

Genau dieses Viertelfinale hinterliess allerdings seine Spuren. Rice ausgewechselt, Konsa mit Krampf, dazu die schon feststehenden Ausfaelle Quansah und Henderson: Die 120 Minuten gegen Norwegen kosteten England Substanz, kurz vor dem wichtigsten Spiel des Sommers.

Was am Mittwoch zaehlt

Drei Tage vor dem Anpfiff bleibt Tuchels wichtigste offene Frage die um Rice. Wird der Mittelfeldmann nicht rechtzeitig fit, muss England seinen Taktgeber im Zentrum ersetzen. Wie die Startelf am Ende aussieht, entscheidet sich erst kurz vor dem Spiel.

Klar ist nur das Datum: Mittwoch, 15. Juli, Mercedes-Benz Stadium, Atlanta. Wer gewinnt, spielt am 19. Juli um den WM-Titel. England geht angeschlagen ins Duell, Argentinien vergleichsweise unbeschwert. Entschieden ist damit nichts: Gegen Norwegen hat sich England erst nach Verlaengerung ins Halbfinale gekaempft, an einem zaehen Abend, und diese Widerstandskraft nimmt die Elf mit nach Atlanta. Den Rest klaert der Platz.

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