Dembélés goldenes Jahr: Nur ein WM-Titel fehlt dem Weltmeister noch

Ein Dreierpack in 32 Minuten, vier Turniertore und zwei Henkelpott-Nächte: Ousmane Dembélé spielt das Jahr seines Lebens. Vor dem Halbfinale gegen Spanien trennt den Ballon-d'Or-Sieger nur noch ein Titel von einer fast einzigartigen Sammlung.

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Sieben Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball schon im norwegischen Netz. In der 20. Minute legte Ousmane Dembélé nach, in der 32. Minute war der Dreierpack perfekt. Als der Franzose am 26. Juni beim 4:1 gegen Norwegen einen der schnellsten Hattricks der WM-Geschichte schnürte, war das nur der lauteste Beleg für eine Entwicklung, die sich seit Monaten aufdrängt: Der amtierende Ballon-d'Or-Sieger spielt das Jahr seines Lebens.

Vier Treffer stehen für ihn bei dieser Weltmeisterschaft schon zu Buche, womit er zu den Toptorjägern des Turniers zählt. Selten geht ein amtierender Weltfußballer so in Form in ein WM-Turnier. Am Dienstag greift Frankreich im Halbfinale gegen Spanien nach dem nächsten Schritt. Und Dembélé fehlt nur noch ein einziger Titel für eine Sammlung, die in der Fußballgeschichte kaum jemand vorweisen kann.

Ein Dreierpack in der Gesellschaft von Fontaine

Sein Auftritt gegen Norwegen reihte Dembélé in eine sehr kurze Liste ein. Vor ihm hatten nur zwei Franzosen bei einer WM einen Hattrick erzielt: Just Fontaine, der das Kunststück im legendären Turnier 1958 gleich zweimal schaffte, und Kylian Mbappé im Finale 2022. Dass Dembélé seine drei Tore innerhalb von nur 32 Minuten markierte, macht die Vorstellung umso bemerkenswerter, wie Al Jazeera berichtete. Für ein ganzes WM-Kapitel reichte ihm eine gute halbe Stunde.

Beim 2:0 im Viertelfinale gegen Marokko am 9. Juli legte er nach. Mbappé und Dembélé trafen, die Équipe löste das Halbfinal-Ticket, und der Flügelstürmer stand fortan bei vier Turniertoren. Aus dem einst so wankelmütigen Dribbler, den viele lange vor allem für seine Haken und seine Tempoläufe schätzten, ist ein kühler Vollstrecker geworden.

Diese Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ist die vielleicht auffälligste Veränderung an seinem Spiel. Wo früher der letzte Pass oder der letzte Abschluss zu oft misslang, trifft Dembélé nun regelmäßig, im Verein wie im Nationaltrikot.

Zwei Henkelpott-Nächte und der Ballon d'Or

Der Weg in dieses Turnier führte über die Vereinsfarben von Paris Saint-Germain. Für seine überragende Saison mit den Parisern erhielt Dembélé 2025 den Ballon d'Or, wie OneFootball und die FIFA festhielten. Es war die Krönung eines Jahres, in dem er PSG bis an die Spitze Europas trug.

Den Grundstein dafür legte er in München. Im Champions-League-Finale 2025 zerlegte PSG Inter Mailand mit 5:0, Dembélé bereitete zwei Treffer vor: erst die Vorlage auf Doué, dann der feine Steckpass auf Kvaratskhelia, so der Spielbericht von ESPN. Ein Kantersieg, wie ihn ein Endspiel selten sieht.

Ein Jahr später folgte die Fortsetzung. In Budapest verteidigte PSG den Titel und bezwang den FC Arsenal mit 4:3 im Elfmeterschießen. In der 65. Minute trat Dembélé selbst an und glich per Strafstoß aus; die Entscheidung fiel erst vom Punkt. Laut Yahoo Sports sind die Pariser damit der erste Klub seit Real Madrid, der seinen Titel in Europas Königsklasse erfolgreich verteidigte. Ein Doppelschlag europäischer Krönungen, wie er in der jüngeren Vergangenheit einmalig ist.

Der Klub der zehn Namen

Rechnet man alles zusammen, steht Dembélé an einem seltenen Ort der Fußballgeschichte. Er gehörte dem französischen Kader an, der 2018 Weltmeister wurde. Er hat die Champions League gewonnen, zuletzt sogar zweimal in Serie. Und er hält den Ballon d'Or. Nach Angaben von OneFootball zählt er damit zu nur zehn Fußballern überhaupt, die WM-Titel, Champions-League-Sieg und Ballon d'Or in einer Vita vereinen.

Was in dieser Aufzählung noch fehlt, ist ein zweiter WM-Titel, diesmal als tragende Figur. 2018 war Dembélé einer von vielen im Weltmeister-Kader, heute ist er das Gesicht des französischen Angriffs. Kaum ein Spieler geht mit größerer Form in dieses Halbfinale.

Was ein Abend in Dallas hinzufügen könnte

Am Dienstag, den 14. Juli, trifft Frankreich in Dallas auf Spanien. Ein Halbfinale zwischen dem amtierenden Ballon-d'Or-Sieger und einer spanischen Auswahl, die selbst nach dem Sprung ins Endspiel greift. Wer in einem möglichen Finale warten würde, ist noch offen: Die zweite Vorschlussrunde ist noch nicht ausgespielt.

Spanien wird die Franzosen vor Aufgaben stellen, doch die Équipe hat in Dembélé einen Mann, der eine Partie im Alleingang entscheiden kann, wie zuletzt gegen Norwegen. Ein starkes Halbfinale und ein Finale würden das Kapitel abrunden, das mit drei Toren in 32 Minuten begann und über zwei Henkelpott-Nächte führte. Die Bühne steht bereit. Der Anpfiff in Dallas folgt.

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