WM-Halbfinale in Dallas: Frankreich sucht am Nationalfeiertag die Antwort auf Spanien

WM-Halbfinale in Dallas: Frankreich sucht am Nationalfeiertag die Antwort auf Spanien

Zum dritten Mal in Serie treffen Frankreich und Spanien im Halbfinale eines Großturniers aufeinander. Am 14. Juli in Dallas will Deschamps' Elf den Yamal-Bann brechen, doch Spanien reist mit Rekordabwehr und einem Joker namens Merino an.

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Frankreich war zuerst da. Das 2:0 gegen Marokko am 9. Juli machte die Équipe Tricolore zum ersten Halbfinalisten der WM 2026, wie ESPN und NBC berichteten. Einen Tag später zog Spanien nach: ein 2:1 gegen Belgien, entschieden erst in der Nachspielzeit durch Mikel Merino. Damit steht ein Duell fest, das dieser Sommer beinahe erzwungen hat. Frankreich gegen Spanien, im Halbfinale, am kommenden Dienstag.

Der Termin trägt Symbolkraft. Gespielt wird am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, im AT&T Stadium von Arlington, das die FIFA für das Turnier neutral als „Dallas Stadium" führt. Anpfiff ist um 15 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste, wie World Soccer Talk meldete. Feiertag, Endspiel-Vorbote, und ausgerechnet jener Gegner, der Frankreich zuletzt zweimal die Grenzen aufgezeigt hat.

Zum dritten Mal in Folge

Denn es ist nicht irgendein Halbfinale. Zum dritten Mal in Serie treffen beide Nationen in der K.-o.-Runde eines Großturniers aufeinander, und die jüngste Bilanz spricht klar für Spanien.

Bei der EM 2024 gewann La Roja das Halbfinale mit 2:1. Laut UEFA krönte Lamine Yamal die Partie mit einem Traumtor in der 21. Minute und wurde als 16-Jähriger zum jüngsten Torschützen der EM-Geschichte. Ein Jahr später das nächste Kapitel: Im Juni 2025 setzte sich Spanien im Nations-League-Halbfinale mit 5:4 durch, laut UEFA das torreichste Spiel in der Geschichte des Wettbewerbs. Der Mann des Abends hieß erneut Yamal, diesmal mit einem Doppelpack.

Zweimal Yamal als Unterschiedsspieler, zweimal Frankreich als Verlierer. Genau diese Serie will Didier Deschamps nun brechen. Und das an einem Tag, an dem ganz Frankreich feiert.

Frankreichs Personalsorgen lichten sich

Immerhin klingen die Nachrichten aus dem französischen Lager zuletzt besser. Manu Koné, Bradley Barcola und Michael Olise gingen allesamt mit einer Gelben Karte ins Viertelfinale gegen Marokko, blieben dort aber ohne weitere Verwarnung, wie beIN Sports und Al Jazeera meldeten. Alle drei stehen für das Halbfinale zur Verfügung, ein wichtiges Signal für Deschamps im Mittelfeld und auf den Flügeln.

Ein Sorgenkind bleibt Aurélien Tchouaméni. Der Mittelfeldmann laboriert seit Anfang Juli an einem Adduktorenriss, saß gegen Marokko nur auf der Bank und ist für Dienstag weiter fraglich, wie Bolavip und RotoWire berichteten.

Und dann ist da Kylian Mbappé. Der Kapitän führt die Torschützenliste mit acht Treffern und elf Scorerpunkten an, laut ESPN die beste Ausbeute bei einer WM seit Gerd Müllers 13 Toren im Jahr 1970. Gegen Marokko aber musste er in der 77. Minute mit Problemen am Knöchel vom Feld. Entwarnung gab er später selbst: Dem französischen Sender M6 sagte Mbappé, es gehe ihm „völlig gut". Ein Ausfall ist damit nicht bestätigt. Ein genauer Blick auf seinen Fuß bleibt bis zum Anpfiff dennoch Pflicht.

Spaniens Rekordabwehr und der Joker Merino

Auf der anderen Seite reist ein Team an, das vor allem in der Defensive Geschichte schreibt. Sechs Spiele, kein Gegentor. Laut Opta hält Spanien mit 649 Minuten den Rekord für die längste Serie ohne Gegentreffer der WM-Geschichte. Es ist zudem erst das zweite Halbfinale einer spanischen Auswahl überhaupt, das erste seit dem Titelgewinn 2010.

Damit deutet sich das klassische Duell an: Frankreichs Angriffswucht gegen Spaniens Bollwerk. Mbappés Torhunger gegen eine Elf, die in diesem Turnier schlicht noch niemand bezwungen hat.

Vorne sticht ein Name heraus, der nicht Yamal lautet. Mikel Merino traf in zwei K.-o.-Spielen in Folge erst in der Nachspielzeit, im Achtelfinale gegen Portugal und im Viertelfinale gegen Belgien. Laut Opta ist er der erste Spanier, der bei einer WM zwei Siegtreffer in der 80. Minute oder später erzielte. Ein Joker der besonderen Sorte.

Nicht restlos geklärt ist Spaniens Offensive. Ferran Torres sah gegen Belgien Gelb und ist wegen der drohenden Sperre ein Wackelkandidat für die Startelf, wie beIN Sports anmerkte.

Was am Bastille-Tag zählt

Am Ende läuft alles auf zwei Fragen hinaus. Kann Frankreich die Mauer knacken, an der sich in diesem Turnier bislang jeder Gegner die Zähne ausgebissen hat? Und findet Deschamps endlich die Antwort auf ein Kollektiv, das ihn zweimal in Serie überstanden und ausgekontert hat?

Wer am Dienstag in Dallas gewinnt, steht im WM-Finale. Der zweite Finalist wird im anderen Halbfinale erst noch ermittelt. Für Frankreich aber zählt vorerst nur eines: den Yamal-Bann zu brechen, ehe er zur dritten schmerzhaften Gewissheit wird.

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