Halbfinale in Arlington
Am Dienstag um 21:00 Uhr MESZ, 15:00 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste, rollt im AT&T Stadium von Arlington der Ball: Frankreich fordert Spanien im ersten Halbfinale der WM 2026. Gespielt wird im WM-Spielort der Region Dallas, und auf dem Rasen stehen zwei Mannschaften, die bislang zu den überzeugendsten des Turniers zählen. Der Sieger löst das Ticket für das Endspiel am 19. Juli, in dem der Gewinner des zweiten Halbfinals wartet. Der Verlierer muss tags zuvor, am 18. Juli, ins Spiel um Platz drei. Die Neuauflage eines Klassikers, der erst zwei Jahre alt ist, verspricht Spannung von der ersten Minute an.
Zwei sehr verschiedene Wege ins Halbfinale
Frankreich marschierte souverän. Gegen Marokko setzte sich die Équipe am 9. Juli mit 2:0 durch und warf damit die letzte afrikanische Mannschaft aus dem Turnier. Der Weg dorthin verlief nicht ganz reibungslos: Kylian Mbappé vergab in der ersten Halbzeit noch einen Elfmeter. Beirren ließ er sich davon nicht. In der 60. Minute zirkelte er den Ball ins lange Eck, sein achter Treffer des Turniers. Sechs Minuten später legte Ousmane Dembélé nach, aufgelegt von Mbappé, wie Olympics.com berichtete.
Spanien musste deutlich mehr investieren. Gegen Belgien reichte es am 10. Juli zu einem knappen 2:1. Fabián Ruiz brachte die Selección in Führung, ehe Charles De Ketelaere zum 1:1-Pausenstand ausglich. Die Entscheidung fiel spät und durch einen Joker: Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung staubte Mikel Merino ab, nachdem Ersatztorhüter Senne Lammens einen Schuss von Pau Cubarsí hatte abprallen lassen. Belgien war dabei doppelt gehandicapt, wie ESPN berichtete. Kapitän Youri Tielemans fehlte wegen einer Verletzung aus dem Aufwärmen, und Torhüter Thibaut Courtois musste in der zweiten Halbzeit verletzt vom Feld. Für Spanien war es ein weiterer knapper Erfolg in einem Turnier voller knapper Erfolge.
Mbappé gegen Yamal, zum sechsten Mal
Im Mittelpunkt steht ein altbekanntes Kräftemessen. Mbappé und Lamine Yamal kennen sich aus dem Klubfußball bestens, nun treffen sie auf der internationalen Bühne erneut aufeinander. Für Yamal ist es bereits das sechste K.-o.-Spiel gegen den Franzosen.
Der Kontext hebt die Begegnung zusätzlich an. Vor zwei Jahren, im Halbfinale der EM 2024, behielt Spanien mit 2:1 die Oberhand. Nun geht es eine Bühne höher, um den Einzug in ein WM-Endspiel. Für Frankreich ist es die Gelegenheit zur Revanche auf der größten Bühne, für Yamal die Chance, seine Serie gegen den Klubrivalen weiter auszubauen.
Worauf es am Dienstag ankommt
Die Formkurven sprechen für ein enges Spiel. Frankreich hat über das gesamte Turnier hinweg dominiert und tritt als Wucht auf, angetrieben von Michael Olise, der bei seiner ersten WM zur Entdeckung avanciert ist. Sechs Vorlagen in sechs Spielen bedeuten Turnierbestwert. Mbappé wiederum führt das Rennen um den Goldenen Schuh an. Acht Tore stehen zu Buche, exakt so viele wie bei Lionel Messi, doch bei den Vorlagen liegt der Franzose mit drei zu einer vorn. Die Offensive der Équipe verteilt sich also auf mehrere Schultern.
Spaniens Weg ist ein anderer. Sämtliche Siege gelangen mit nur einem Tor Vorsprung, Effizienz statt Gala. Bis zum Gegentreffer gegen Belgien blieb die Selección zudem sechs Spiele in Folge ohne Gegentor, die längste solche Serie der WM-Geschichte. Genau hier liegt die spannendste Frage der Partie. Gelingt es der spanischen Abwehr, gegen Mbappé, Dembélé und Olise erneut die Null zu halten, oder bricht Frankreichs Offensivwucht den Widerstand?
Beide Ansätze haben bis hierher funktioniert. Frankreichs Torgefahr steht Spaniens Kontrolle gegenüber, Tempo gegen Ballbesitz, Wucht gegen Struktur. Welches Prinzip sich in Arlington durchsetzt, dürfte die eigentliche taktische Frage dieses Halbfinals sein. Ein einziger Treffer, das zeigt Spaniens bisheriger Turnierverlauf, kann bereits über den Finaleinzug entscheiden.
Anpfiff ist am Dienstag um 21:00 Uhr MESZ im AT&T Stadium. Es geht um den Einzug ins Endspiel am 19. Juli. Am Ende dürfte entscheiden, ob Spaniens Defensive Frankreichs Angriff ein weiteres Mal aushebelt oder ob die Elf um Mbappé zwei Jahre nach der EM-Pleite die Revanche schafft.

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