Eisbeutel am Sprunggelenk: Wie fit ist Mbappé für das Halbfinale gegen Spanien?

Eisbeutel am Sprunggelenk: Wie fit ist Mbappé für das Halbfinale gegen Spanien?

In der 77. Minute humpelte Kylian Mbappé mit einem Eisbeutel am rechten Fuß vom Platz. Er selbst und das französische Lager geben Entwarnung, doch vor dem Halbfinale gegen Spanien in Dallas bringt erst der Kader Gewissheit.

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Ein Eisbeutel wirft Fragen auf

  1. Minute im Viertelfinale gegen Marokko: Kylian Mbappé verließ das Feld, für ihn kam Jean-Philippe Mateta. Kurz zuvor hatte Frankreichs Kapitän einen Schlag auf das Sprunggelenk abbekommen, der Physiotherapeut behandelte ihn noch auf dem Rasen. Wenig später saß er auf der Bank, den rechten Fuß mit einem Eisbeutel fixiert. Genau dieses Bild ging um die Welt.

Denn es kam zur Unzeit. Frankreich steht im Halbfinale, am kommenden Dienstag geht es in Dallas gegen Spanien um den Einzug ins Endspiel. Wenige Tage vor diesem Duell humpelte ausgerechnet der wichtigste Mann des Turniers Richtung Ersatzbank. Sofort stand die Frage im Raum, die Frankreichs Fans gerade umtreibt: Ist er rechtzeitig fit?

Der zweite Blick beruhigte. Mbappé ging aufrecht vom Platz, applaudierte den Fans und feierte nach dem Schlusspfiff ausgelassen mit seinen Mitspielern. Große Schmerzen sah man ihm nicht an, wie ESPN berichtete. Ein Schlag aufs Sprunggelenk gehört zum Turnieralltag, zumal bei einem Angreifer, den Gegner mit harten Mitteln stoppen. Entscheidend ist selten die Schwellung am Spielabend, sondern die Reaktion des Gelenks in den Tagen danach.

Entwarnung vom Kapitän

Mbappé selbst spielte die Sache herunter. „Mir geht es gut. Ich habe einen Schlag aufs Sprunggelenk bekommen, aber alles in Ordnung“, sagte er nach der Partie. Mateta sei „eher in der Lage gewesen als ich, die letzten 15 Minuten zu spielen“. Das klang nicht nach einem verletzten Star, sondern nach einem Spieler, der eine frühe Auswechslung bei sicherer Führung achselzuckend hinnimmt.

Auch aus dem französischen Lager kam Beruhigung. Eine Quelle aus dem Umfeld der Mannschaft sagte ESPN, es gebe „keine Sorgen wegen Kylians Sprunggelenk“. Zwei Stimmen, eine Botschaft.

Trotzdem bleibt es vorerst eine Sache der Beobachtung. Ein Eisbeutel am Spieltag ist Alltag im Profifußball. Ein Eisbeutel wenige Tage vor einem Halbfinale ist ein Detail, das man im Auge behält. Für die Entwarnung spricht der Kalender: Bis zum Anpfiff in Dallas bleibt genug Zeit, um einen Schlag auszukurieren, ohne ein Risiko einzugehen. Solange Frankreich aber kein Aufgebot benennt, ist Beruhigung nicht dasselbe wie Gewissheit.

Deschamps bestätigt die Beschwerden

Trainer Didier Deschamps ordnete den Schreckmoment ein. „Kylian hatte ein leichtes Problem am Sprunggelenk, er verspürte Schmerzen“, sagte der Coach und stufte die Sache als harmlos ein. Er war nicht der einzige Wackler an diesem Abend: Auch Manuel Koné musste nach einem Schlag aufs Knie und Krämpfen vom Feld.

Wie unverzichtbar Mbappé für diese Elf ist, hatte er zuvor selbst belegt. Sein Treffer war der achte Turniertreffer, womit er in der Torschützenliste mit Lionel Messi gleichzieht. Sechs Minuten früher hatte er das Tor von Ousmane Dembélé aufgelegt, seine dritte Vorlage im Turnier. Elf direkte Torbeteiligungen stehen nun zu Buche, so viele wie bei keinem Spieler mehr seit Gerd Müller, der 1970 auf 13 kam.

Alles hängt am Aufgebot

Immerhin steht und fällt Frankreichs Offensive nicht mit einem Namen allein. Dembélé traf gegen Marokko selbst, mit Mateta brachte Deschamps einen weiteren Angreifer. Einen Spieler von Mbappés Format aber ersetzt keine Einwechslung eins zu eins, und ein Halbfinale gegen Spanien ohne ihren besten Mann wäre für die Franzosen ein Handicap, das kaum zu kompensieren ist.

Am Dienstag, den 14. Juli, trifft Frankreich im AT&T Stadium in Dallas auf Spanien. Bis dahin dreht sich alles um eine Frage: Steht Mbappé in der Startelf? Seine eigenen Worte sagen ja. Die Gewissheit liefert erst der Kader.

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