Joker Merino sticht erneut: Spanien ringt Belgien nieder und steht im Halbfinale

Mikel Merino trifft in der 88. Minute und schießt Spanien mit 2:1 gegen Belgien ins WM-Halbfinale. Zugleich reißt Unai Simóns Rekordserie von 650 Minuten ohne Gegentor.

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Spanien steht im ersten Halbfinale der WM 2026, und wieder fiel die Entscheidung erst in der Schlussphase. Im Viertelfinale rang die Selección Belgien am 10. Juli mit 2:1 nieder, im SoFi Stadium von Inglewood bei Los Angeles. Den Ausschlag gab ein Joker: Mikel Merino traf in der 88. Minute, keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung.

Es war ein Abend der Rekorde und der großen Gefühle. Belgien knackte Spaniens Bollwerk und beendete eine historische Serie, verlor kurz darauf seinen Torhüter Thibaut Courtois und stand am Ende dennoch mit leeren Händen da. Für die Selección wurde es ein Arbeitssieg, wie er knapper kaum sein könnte. Am Ende zählt für die Spanier nur das Ergebnis.

Fabian Ruiz bringt Spanien in Front

Lange lief alles nach dem Plan der Spanier. Fabian Ruiz brachte die Elf in der 30. Minute in Führung, und es sah nach dem nächsten kontrollierten Sieg ohne Gegentor aus. Bis zu diesem Abend war Spanien das Maß der Dinge im Turnier gewesen: sechs Spiele, sechs Mal die Null gehalten.

Doch Belgien schlug noch vor der Pause zurück. Charles De Ketelaere köpfte den Ausgleich, nach einer Flanke von Timothy Castagne. Es war ein Nadelstich mit historischer Wirkung. Der Treffer war mehr als nur das 1:1, er beendete gleich zwei Serien auf einmal.

Unai Simón hatte einen WM-Rekord von 650 Minuten ohne Gegentor gehalten, eine Bestmarke, die bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar zurückreichte. Über zwei Turniere hinweg war der Torhüter ohne Gegentreffer geblieben. Vorbei. Auch die spanische Serie von sechs Spielen ohne Gegentor riss. Belgien war das erste Team, dem im gesamten Jahr 2026 überhaupt ein Tor gegen die Spanier gelang. Ein historischer Moment, der am Ende dennoch ohne Ertrag blieb.

Courtois verletzt und sichtlich bewegt vom Platz

Nach der Pause fiel lange kein Tor mehr. In der 71. Minute folgte der nächste Einschnitt, diesmal auf belgischer Seite. Courtois musste verletzt runter, offenbar mit Problemen am Oberschenkel. Sichtlich bewegt verließ der Torhüter den Rasen, für ihn kam Senne Lammens.

Dieser Wechsel sollte die Partie kippen. In der 88. Minute ließ Lammens einen Schuss von Pau Cubarsí nach vorne abprallen, direkt vor die Füße des eingewechselten Merino. Der Joker staubte ab und markierte das 2:1. Für Lammens, keine zwanzig Minuten im Spiel, wurde es ein bitterer Einstand. Für Belgien das jähe Ende einer mutigen Aufholjagd.

Zum zweiten Mal Matchwinner von der Bank

Für Merino war es bereits der zweite entscheidende Treffer als Einwechselspieler in der K.-o.-Runde. Schon im Achtelfinale gegen Portugal hatte er spät den Siegtreffer besorgt. Wieder kam er von der Bank, wieder traf er, wieder jubelte Spanien. Das Muster wiederholt sich, und es macht die Spanier gefährlich: Sie können ein Spiel auch dann noch drehen, wenn es festgefahren scheint.

Die spanische Bank ist zur Waffe geworden. Zweimal in Folge entschied ein Einwechselspieler ein K.-o.-Spiel, und beide Male hieß dieser Spieler Merino.

Auch die große Serie hält an: 35 Spiele ohne Niederlage, eine Bilanz, die bis in den März 2024 zurückreicht. Seit über einem Jahr hat diese Mannschaft nicht mehr verloren, und auch Belgien konnte daran nichts ändern.

Für Belgien endet das Turnier damit im Viertelfinale, trotz des Achtungserfolgs gegen Spaniens Abwehr. Für Spanien geht es weiter. Im Halbfinale wartet nun Frankreich. Das allererste Duell um den Finaleinzug bei dieser WM steigt am Dienstag, den 14. Juli, im AT&T Stadium von Arlington bei Dallas. Zwei europäische Schwergewichte, ein Platz im Endspiel. Und für Spanien die Frage, ob die Serie auch gegen Frankreich hält.

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