Déjà-vu zum 19. Geburtstag: Yamal, Frankreich und ein altbekanntes Drehbuch

Déjà-vu zum 19. Geburtstag: Yamal, Frankreich und ein altbekanntes Drehbuch

Am 13. Juli wird Lamine Yamal 19 Jahre alt, einen Tag vor dem WM-Halbfinale gegen Frankreich. Genau wie beim EM-Titel 2024 fällt sein Geburtstag mit einem großen Spiel zusammen, und ausgerechnet gegen die Franzosen glänzte er bislang immer.

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Am kommenden Montag, dem 13. Juli, wird Lamine Yamal 19 Jahre alt. Einen Tag später, am 14. Juli, steht Spanien im WM-Halbfinale gegen Frankreich auf dem Rasen. Dieses Timing kennt man bei ihm bereits, und neu ist es nicht.

Vor zwei Jahren feierte Yamal seinen 17. Geburtstag am Vorabend des EM-Finales. Mit dem 2:1 gegen England wurde er laut ESPN zum jüngsten Spieler, der je in einem Endspiel einer EM oder WM auflief. Er unterbot dabei sogar eine Bestmarke von Pelé, der beim WM-Finale 1958 17 Jahre und 249 Tage alt gewesen war.

Zwei Sommer, dasselbe Drehbuch: erst die Kerzen, dann das ganz große Spiel. Ein Termin, wie eigens für ihn in den Kalender gelegt. Und wieder heißt der Gegner Frankreich.

Sein Lieblingsgegner trägt Blau

Kein anderer Gegner passt so genau in Yamals junge Erzählung wie die Franzosen. Im EM-Halbfinale 2024 nahm er den Ball halblinks an, zog nach innen und zirkelte ihn unhaltbar in den langen Winkel. 16 Jahre und 362 Tage war er da alt, jüngster Torschütze der EM-Geschichte, wie ESPN und FOX Sports notierten. Die alte Bestmarke von Johan Vonlanthen aus dem Jahr 2004 war damit passé.

Ein Jahr später legte er nach. Im Juni 2025 schnürte Yamal beim 5:4 im Nations-League-Halbfinale einen Doppelpack gegen Frankreich. Laut UEFA war es das torreichste Spiel in der Geschichte des Wettbewerbs. Zwei Spiele, drei Tore, jeweils an einem Wendepunkt eines Turniers. Yamals Frankreich-Akte ist kurz, aber sie liest sich wie eine Drohung.

Der Kronprinz und der Ballon d'Or

Als möglicher Erbe von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo wird er längst gehandelt. Die Auszeichnungen geben dem Vergleich Rückhalt. Yamal ist der bislang einzige zweifache Gewinner der Kopa-Trophäe, jener Ehrung für den weltbesten Spieler unter 21 Jahren. 2024 und 2025 holte er sie nacheinander, wie die UEFA vermeldete.

Nur einmal blieb ihm zuletzt der ganz große Wurf verwehrt. Beim Ballon d'Or 2025 wurde er Zweiter, hinter Ousmane Dembélé. Ausgerechnet ein Franzose stand am Ende vor ihm. Die Ironie ist nicht zu übersehen: Beim Ballon d'Or setzte sich mit Dembélé ein Franzose durch, auf dem Platz aber behielt bei den letzten beiden Duellen stets Yamal die Oberhand.

Bemerkenswert ist der Rahmen. Mit 19 Jahren geht es anderswo um Perspektive und Entwicklung. Bei Yamal geht es längst um Titel, um Rekorde, um die Nachfolge der Größten. Diese Bilanz hat er zusammengetragen, ehe er überhaupt 19 wurde. Der Druck, der daraus erwächst, begleitet ihn in jedes Spiel.

Eine leisere WM

Bei diesem Turnier war er bisher nicht der prägende Yamal, den die Welt aus dem EM-Sommer und aus den Nations-League-Nächten kennt. Sechs Einsätze mit erst 18 Jahren, so viele wie kein anderer Teenager je bei einer einzigen WM, wie The Analyst mit Opta-Daten festhielt. Übertroffen wird die Marke nur von Kylian Mbappés sieben Teenager-Spielen bei der WM 2018. Und doch steht bislang nur ein einziger Treffer zu Buche.

Eine Verletzung zum Saisonende hatte ihn aus dem Rhythmus gebracht. Nationaltrainer Luis de la Fuente sprach es laut FOX Sports offen aus: Die beste Version von Yamal, den angreifenden Lamine, habe man bei dieser WM noch nicht gesehen.

Für einen 18-Jährigen wäre eine solche Bilanz anderswo bemerkenswert. An Yamals eigenem Maßstab gemessen wirkt sie fast zurückhaltend. Und genau darin liegt die Spannung vor dem Halbfinale: ein Turnier ohne den großen Yamal-Moment, dazu ein Geburtstag, dazu Frankreich. Die Zutaten liegen bereit.

Was am Wochenende zählt

Die Rahmenbedingungen sprechen für die Iberer. Seit März 2024 ist Spanien in 36 Spielen ungeschlagen, und unter De la Fuente gewann das Team alle sieben K.-o.-Partien bei großen Turnieren, wie The Analyst vorrechnete. Eine Mannschaft, die im entscheidenden Moment liefert, trifft auf einen Spieler, der genau in solchen Momenten groß geworden ist.

Bleibt die eine Frage, die über diesem Geburtstagswochenende schwebt. Liefert der Junge, der gegen Frankreich bislang immer lieferte, auch diesmal? Am Montag wird er 19. Am Dienstag wartet Frankreich, und mit ihm jene Bühne, auf der er sich am wohlsten fühlt.

Quellen

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